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"Gesellschafts"-Paludarium?

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  • "Gesellschafts"-Paludarium?

    Hallo!

    Zunächst: Es tut mir leid, dass ich auf mein letztes Thema nicht mehr geantwortet habe. Meine Phobie vor fliegenden Insekten hat sich so verstärkt, dass ich mich kaum noch aus dem Haus getraut habe. Das konnte auf Dauer nicht so weitergehen, das hat auch mein Umfeld gemerkt, und so habe ich mit ganz viel Unterstützung in den letzten Monaten eine anstrengende, aber erfolgreiche Therapie gemacht. Fliegende Insekten können mir nun nichts mehr anhaben und vor vier Wochen habe ich sogar Drosophila zur Zucht für meine Beilbauchsalmler angesetzt! Ich bin sehr stolz auf mich und daher soll ein neues Projekt zur Belohnung her - nun auch gerne mit Insektenfressern als Besatz

    Nun zum Projekt: Da mein Mann und ich uns ein Haus gekauft haben, in das wir allerdings erst nach der Sanierung in ein bis zwei Jahren einziehen werden, habe ich ausreichend Platz zur Verfügung und eine Menge Zeit für die Planung.
    Ich weiß, dass das Wort "Gesellschafts"-xy in der Terraristik verpönt ist, habe dieses Forum aber seither als sehr sachlich erlebt und bitte daher, auch in meinem Thread sachlich zu bleiben und Meinungen zu begründen. Ich habe mich bereits bezüglich der Ansprüche der verschiedenen Tiere belesen, allerdings kann es immer sein, dass einem etwas entgeht und so freue ich mich natürlich über entsprechende Hinweise.

    Die Idee habe ich aus einem Artikel, in dem es um ein Gesellschafts-Paludarium geht, das als chinesische Flussbucht ausgestaltet ist.
    Das Paludarium selbst wird nach meinen Vorstellungen und Angaben vom ansässigen Terrarienbauer hergestellt. Rück- und Seitenwände möchte ich selbst basteln, hier möchte ich einen Wasserfall einfügen, Kletter- und Liegemöglichkeiten für die Tiere schaffen und Pflanzschalen einbauen. Die Beleuchtung soll mit Tageslicht-Lampen erfolgen, die für das Wachstum der Pflanzen sorgen und mir die Beobachtung erleichtern. Ein LED-Mondlicht ist ebenso geplant. Land- und Wasserteil sollen jeweils etwa die Hälfte des Paludariums einnehmen und selbstverständlich ebenso bepflanzt werden wie Rück- und Seitenwände. Der Wasserteil soll über einen Hamburger Mattenfilter gefiltert werden. Um die nötige Feuchtigkeit zu erhalten, soll noch eine Beregnungsanlage oder ein Nebler eingebaut werden.
    Dazu auch gleich meine erste Frage: Welchen Unterschied macht es, ob ich eine Beregnungsanlage oder einen Nebler einbaue, was davon ist besser?

    Im Wasserteil wird Sand und Kies als Bodengrund eingefüllt. Mit Hilfe von großen Steinen und Wurzeln wird der Landteil abgetrennt. Der Landteil besteht "unten" aus Kies und wird dann mit Erde und Laub aufgefüllt und anschließend noch mit Ästen eingerichtet. An Pflanzen kommt vermutlich hauptsächlich Ficus benjamini rein, außerdem Lysimachia nummularia als Bodendecker. Als Insel im Wasserteil wird Acorus gramineus gepflanzt, außerdem Taxiphyllium barbieri und Ceratophyllum demersum.

    Nun zum eventuellen Besatz:
    Mein gewünschter Hauptbesatz wäre:
    1 Paar Japalura splendida - laut meinen Recherchen hauptsächlich an schattigen und feuchten Stellen in der Höhe unterwegs
    1 Paar Tropidophorus sinicus - laut meinen Recherchen hauptsächlich am Wasser und an feuchten Stellen in tieferen Ebenen unterwegs
    Dazu könnte ich mir vorstellen:
    ? Bombina orientalis - je nach "Jahreszeit" eher im Wasser bzw. eher auf dem Land, klettert nicht
    ? Cynops orientalis - meistens im Wasser unterwegs, geht aber auch an Land, klettert aber nicht
    1 Paar Hemidactylus platyurus - hauptsächlich in der Höhe unterwegs, nachtaktiv
    Und dann noch die "Polizei" für den Landteil:
    evt. ? Tonkinbolus dollfusi
    ? Porcellio laevis (davon wird natürlich auch mal gesnackt)
    Und die "Polizei" für den Wasserteil:
    10 Tanichthys albonubes oder 10 Tanichthys micagemmae
    ? Planorbarius corneus
    Über Neocaridina davidi hatte ich auch nachgedacht, die werden laut meinen Informationen allerdings von den Molchen verspeist und es ist nicht klar, ob die Population sich halten könnte.

    Nun: Habe ich bei meiner Zusammenstellung irgendetwas übersehen? Was wäre so die Mindestgröße, die ihr veranschlagen würdet? (Ich frage absichtlich nach der Mindestgröße, da ich dann wahrscheinlich sowieso etwas größer gehe.)

  • #2
    Hi,

    eins vorweg: ich habe keine der genannten Arten gehalten. Daher sind meine Hinweise auch nur theoretischer Natur (vor allem aus terraristischer Literatur).

    Als erstes Problem sehe ich die Tatsache, dass du offenbar noch keine praktische Erfahrung bei der artreinen Haltung der vorgeschlagenen Tiere hast. Die wäre aber sicherlich wichtig, wenn nicht sogar nötig. Es wird sonst schwierig, art-untypisches Verhalten im Gesellschaftsbecken zu erkennen, wenn man aufgrund fehlender vorheriger Haltung überhaupt nicht weiß, wie dieses aussieht. Man übersieht somit leichter Probleme.

    Des Weiteren bin ich mir nicht siche, ob alle Arten klimatisch zueinander passen. Die Agamen benötigen definitiv eine ordentliche Nachtabsenkung und wahrscheinlich auch eine entsprechende Winterruhe, H. platyurus hingegen nicht. Auch weiß ich nicht, wie die Fische auf eine derartige Nachtabsenkung reagieren würden bzw ob diese aufgrund des Wassers, welches einen Teil der Wärme speichert, überhaupt möglich ist.

    In einem Artikel über tropische Tausendfüßer las ich zudem kürzlich, dass diese, wie bspw auch Tonkinbolus dollfusi, eben nicht als Reinigungspolizei in Reptilien-/Amphibienbecken gehalten werden sollten, weil sie
    ​​​ganz bestimmte Anforderungen an den Bodengrund haben und sich hauptsächlich von diesem (und nicht etwa vom Kot anderer Tiere) ernähren. Noch dazu gilt die von dir genannte Art als heikel und schwierig zu pflegen.

    Das wären fürs erste meine Anmerkungen. Es wäre aber sicherlich gut, nochmal Kontakt zu Ingo Kober zu suchen (ist auch im Forum). Er hat einige Erfahrungen mit Gesellschaftsbecken und kann damit sehr viel fundiertere Aussagen als ich geben.

    Viele Grüße

    Kommentar


    • #3
      Ich persönlich habe 1,1 Japalura splendida, 1,1 Tropidophorus sinicus und 8 bis 10 Bombina orientalis zusammen gehalten. Das Becken hatte die Maße 150x60x120 cm inklusive ca. 60x60 Wasserteil mit diversen Garnelenund Fischen. Mit der Nachtabsenkung hat es immer ganz gut funktioniert (so 17 bis 18 °C). Die Tiere sind weder aufeinander los gegangen noch konnte ich Veränderungen im Verhalten feststellen. Ich habe vorher alle Arten jedoch längere Zeit alleine gehalten, was definitiv nötig ist um dies einschätzen zu können! Zudem hatte ich auch immer noch die Terrarien um die Tiere ggf. trennen zu können. Tropidophorus sinicus zu finden ist, abgesehen vom eigentlichen Thema hier, schon fast unmöglich oder zumindest extrem schwer. Einsteigen würde ich mit so einemTerrarium definitiv nicht.
      Mfg

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