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Beckstein, R. (2009) Gefährliche Tiere in Menschenhand

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  • #16
    Zitat von M.Dobiey Beitrag anzeigen
    Für die meisten Tiergruppen hat die Autorin sehr aktuelle und richtige Informationen zusammengetragen. Sogar die umstrittenen Giftdrüsen der Warane werden erwähnt. Daher passt Boiginae nicht daran.
    Die Nutzung eines taxonomischen Begriffes hat nichts mit Aktualität zu tun, sondern mit inhaltlichen Ansichten.
    Ein Beispiel sei die neu aufgeworfenen Amphibiensystematik, die sicherlich an vielen Stellen ihre Berechtigung hat and anderen eben nicht. So benutze ich zwar den neuen Gattungsnamen der afrikanischen Kröten, bicht aber die der europäischen. Würde man deinem Argument folgen müsste ich für alle dieselben neuen Namen verwenden.
    Und anscheinend scheint die Autorin eben der älteren Definition hier nachzuhängen.

    Zumal ich den Begriff auch nicht als 'leer' empfinde. Smith stellt 1969 die nomenklatorische namensfindung heraus und seit 1930 taucht er immer wieder als Unterfamilie mit der namensgebenden Gattung Boiga auf.

    Philipp

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    • #17
      Ich weiss, dass Taxonmie im Endeffekt Meinungen wiederspiegelt und man selbst wissen muss, ob man den neuesten "Vorschlägen" folgen will.
      In Sachen Boiginae gibt es allerdings schon lange Konsens. Alle arbeiten zur Systematik höherer Schlangen der letzten 10-15 Jahre sprechen gegen eine solche Familie. Will man diese Unterfamilie benutzen, muss man sie anders definieren und nur für Boiga un die nächsten Verwandten benutzen. Das hätte aber zur Folge, dass man hunderte von Mini-Unterfamilien errichten würde für andere ebenfalls kleine Gruppen. Und dann wäre die Unterfamilie Boiginae nur ein kleiner Teil der Trugnattern und nicht mit Trugnattern gleichzusetzen.

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      • #18
        Zitat von M.Dobiey Beitrag anzeigen
        In Sachen Boiginae gibt es allerdings schon lange Konsens. Alle arbeiten zur Systematik höherer Schlangen der letzten 10-15 Jahre sprechen gegen eine solche Familie. Will man diese Unterfamilie benutzen, muss man sie anders definieren und nur für Boiga
        Naja ähnliches dachte man bei Psammophis auch und nun sind sie eine eigene Familie. Je genauer die Blicke werden die man werfen kann desto eher werden alte Ansichten revidiert und da halte ich es für gefährlich von 'leeren Begriffen' zu reden. Daher wird es wahrscheinlich auch nicht mehr lange dauern, dass auch die Colubriden auseinander genommen werden und schwupp könnten die Boiginae sogar Familienstatus bekommen. Und vielleicht will dies ja zB die Autorin ausdrücken.
        Aber das ist alles off topic

        Philipp

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        • #19
          Lieber Maik,

          ich finde es wirklich erstaunlich, wie sich selbst zwei professionelle Herpetologen über einen Begriff "streiten" können. Ist Dir eigentlich klar, wie krasse Erbsenzählerei es von Dir ist, sowas einer Doktorarbeit aus dem Bereich Tiermedizin anzukreiden, in der Reptilien definitiv nicht die Hauptrolle spielen? Ob du mit deiner Argumentation recht hast, wagt der Leser nach den Ausführungen vom Dude sogar zu bezweifeln.
          Ich hoffe für Dich, dass deine Prüfer nicht ebenso mit dem Samuraischwert auf Haare losgehen wie du gerade.

          Ich stimme im Übrigen nicht mit deinen Ausführungen zum Thema Dissertation überein. Im Gegenteil - ich finde es wird viel zu wenig die Relativierung "Meiner Meinung nach" verwendet. Stattdessen versteckt man sich lieber hinter dem selektiven Zitieren anderer Meinungen und ist selbst "fein raus"; am Ende gar wissenschaftlich.

          Man sollte meiner Meinung nach auf wirklich aufpassen, andere Fachrichtungen mal aus der Hüfte geschossen zu bewerten. Ich selbst habe in einem Sonderforschungsbereich über 3 Jahre mit Maschinenbauern und E-Technikern zusammengearbeitet und ich muss sagen, aus der Ferne haben die es soooooo viel leichter als ich. Die machen nen Vollfaktierellen Versuchsplan mit einem Tool, machen die Versuche, tippen Ergebnisse ein, bekommen Auswertungen vom Tool - et voila. Ziemlich einfach hmmm? Oder wenn ich Dissen aus dem Bereich Biologie sehe "ich saß 4 Jahre im Feld und habe Methoden angewendet, sie sich andere ausgedacht haben. Hier die Ergebnisse meines Softwaretools und der mir vorgekaute DNA-Baum sagt NEUE ART JUHU"* In dem Thread schreiben schon mindestens 2 Leute, die ihren Doktor sicherlich nur auf die Entwicklung neuer Methoden bekommen werden; sollten "wir" jetzt mit dem Finger zeigen?
          Meiner Meinung nach nicht. Ich denke ohne wirkliches (vor allem auch fachliches) Hintergrundwissen, wo genau die Problemstellungen einer jeden Fachrichtung, die Anforderungen, der gewünschte Umfang und die zur Verfügung stehende Zeit angesiedelt sind, sollte man diese Art von Abwertung nicht machen.
          Ich finde das nach wie vor nicht OK. Auch das selektive Suchen nach Haaren in der Suppe gehört da dazu.

          ...ich habe beim Überfliegen sehr sehr häufig die Wendung "meiner Meinung nach" gefunden und ich denke, damit gibt die Autorin doch einen sehr guten Anhaltsunkt, woher ihre Schlüsse kommen, oder? Warum das so negativ bewertet wird weiß ich nicht, ehrlich.

          Frohe Weihnachten,
          Micha

          * Vorsicht, hypothetische, überspitzte Darstellung der Realität

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          • #20
            Mein Problem mit der Arbeit ist lediglich, dass jemand in 300 Seiten seine Meinung dazu schreibt, wer aus welchem Grund welche Tiere halten sollte oder auch nicht. Das ganze hat kaum einen Objektiven Hintergrund, wird aber wohl von vielen Leuten ernst genommen werden, da man davon ausgehen können sollte Dissertationen ernst nehmen zu können.
            In diesem Fall betrifft diese Meinung/Dissertation mich und viele meiner Freunde und Bekannten, so dass ich persönlich angesprochen war.

            Bei der Autorin mag das ok sein, aber stellt euch vor jemand schreibt nun seine Dissertation darüber wer aus welchem Grund auf welche Art und Weise und über welche Themen überhaupt eine Dissertation schreiben sollte oder auch nicht.
            Deinen Beiträgen nach, Micha, wäre das für dich nicht akzeptabel...

            Wer eine Dissertation oder andere Artikel schreibt und veröffentlicht, muss auch mit einer Diskussion seiner Arbeit oder einzelner Punkte daraus rechnen. Das hat normalerweise nichts mit Streiten oder Aggression zu tun. Auch die Diskussion zwischen "dem Dude" und mir ist kein Streit. Ich werde ihm jetzt keine Hass-Emails schreiben. Ansonsten wäre die Wissenschaft ein einziger Krieg.

            BTW1: Vom Schuppenzähler zum Erbsenzähler ist es nicht so weit. Evtl liegt das ja in unserer Natur :-D
            BTW2: Die Autorin wollte nicht auf eine evtl Auspaltung der traditionellen Colubridae und die dadurch evtl mögliche Revalidierung der Boiginae für eine kleine Gruppe ophitoglypher Nattern hinweisen. Sie stellt die Boiginae den Trugnattern gleich und listet darunter Gattungen aus aller Welt, unter anderem auch Psammophis.
            Zuletzt geändert von M.Dobiey; 24.12.2009, 15:15.

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            • #21
              Zitat von M.Dobiey Beitrag anzeigen
              Das ganze hat kaum einen Objektiven Hintergrund
              Weswegen da so oft das von dir zitierte "meiner Meinung nach" steht.

              aber stellt euch vor jemand schreibt nun seine Dissertation darüber wer aus welchem Grund auf welche Art und Weise und über welche Themen überhaupt eine Dissertation schreiben sollte oder auch nicht.
              Deinen Beiträgen nach, Micha, wäre das für dich nicht akzeptabel...
              Doch, wenn der Schreiber Ahnung davon hat wer aus welchem Grund und welche Art und Weise über welche Themen eine Dissertation schreibt. Ich finde lediglich eine Diskussion der Arbeit auf Basis von - wie du selbst sagst - Spekulationen und ohne die Notwendige Einordnung einer Dissertation aus dem Bereich Tiermedizin fragwürdig. Noch dazu öffentlich und oberflächlich wie hier geschehen.

              Auch die Diskussion zwischen "dem Dude" und mir ist kein Streit.
              Deswegen erfand Gott diese Gänsefüßchen.

              Grüße

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              • #22
                Naja allgemein kann man sagen, dass das Werk nicht gerade mit taxonomischer Präzision prahlt. Aber es ist eben keine taxonomische Arbeit und daher würde ich diese dann auch nicht taxonomisch bewerten.

                Sie räumt immerhin mal mit diesem Gerücht auf, dass Pfeilgiftfrösche in Gefangenschaft giftig sind. Auch wenn gerade bei den Schlangen doch zumindest ein paar Sachen nicht berücksichtigt wurden. Zum Beispiel hat es sehr wohl schon Atractaspis Todesfälle gegeben, die nicht auf einen Schock zurückzuführen waren.

                Philipp

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