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Ich habe kein Problem mit Philipp, nur mit seinen Beiträgen. Das ist zwar die Seite der DGHT, Nashörner sind nicht so wichtig? Philipp hat ein falsches Verständnis von Artenschutz, darüber sollte er mal nachdenken. Der Schutz eines Nashorns ist doch nicht weniger wichtig als der Schutz einer bedrohten Schlangen- oder Schildkrötenart.
Den Nashörnern scheints ja nicht allzugut zu gehen, nachdem letzen Monat das Schwarze Nashorn auch schon für ausgestorben erklärt wurde...
Naja, das letzte "western black Rhino" wurde letzten Monat für extinct also ausgestorben erklärt, wenn man das so auf Englisch googelt kommen ziemlich viele Ergebnisse, in denen auch steht, dass das "northern white rhino" auch kurz davor steht.
Ganz langsam, anonymes, hannoveraner Buchstabenkonglomerat,
im Ausgangspost wurde angesprochen, dass durch den Tod des letzten Nashorns der Schutz des Gebietes wohl gleichermaßen erlischt. Ein typisches "Problem" mit den Schutzgebieten die wegen einer sogenannten "Flaggschiffart" geschützt werden. (Neben anderen Problemen.)
Und Philip meinte nur, dass es ja nicht sicher ist, dass dieses Gebiet z.B. gleich abgeholzt wird, nur weil es dort kein Nashorn mehr gibt.
Also muss man zusätzlich zum Verlust des Nashorns dort nicht auch noch mit dem Verlsut weiterer Arten oder Habitate rechnen.
Nicht mehr und nicht weniger.
Also trink ne heiße Milch und beruhig dich.
schon klar, deswegen steht ja auch western davor, hab grad gesehn dass ich das wort oben vergessen hab.
jepp, das mit der westlichen Unterart hatte ich auch gelesen, ich dachte nur ich hätte dann vielleicht noch was überlesen. Bezog sich das Breitmaulnashorn eventuell auch nur auf die nördlichere Population? Ich dachte die sei schon offiziell ausgestorben?
Ich habe kein Problem mit Philipp, nur mit seinen Beiträgen. Das ist zwar die Seite der DGHT, Nashörner sind nicht so wichtig? Philipp hat ein falsches Verständnis von Artenschutz, darüber sollte er mal nachdenken. Der Schutz eines Nashorns ist doch nicht weniger wichtig als der Schutz einer bedrohten Schlangen- oder Schildkrötenart.
Lieber kdf10,
es zeigt sich mal wieder das angesprochene Problem, dass du augenscheinlich liest aber nicht verstehst. Ich habe nirgends festgestellt, dass der Schutz des Nashorns weniger wichtig ist als die einer Schlange. Allerdings, das sei angemerkt, gebe ich zu das es ziemlich problematisch ist mit dem letzten Überlebenden einer Art Artenschutz zu betreiben. Das ist dann auch nicht geschmacklos, sondern eine ziemlich biologische Tatsache.
Was ich sehr kritisiere und das mache ich immer wieder gerne ist die Flaggschiff-Politik des Naturschutzes. Da Naturschutzorganisationen von Spendengeldern abhängig sind müssen sie mit ihren Flaggschiffen punkten und damit ziemlich öffentlich kund tun wo diese vorkommen. Ich halte es für sinnvoller so stark bedrohte Arten still und heimlich zu schützen. Diese Sicht kannst du gerne kritisieren, wird ja auch oft genug gemacht, aber bitte erkläre man dann doch jetzt was daran geschmacklos ist.
Über diese Erklärung würde ich mich freuen.
Ich glaube es gibt weitgehenden Konsens, dass die Chance, dass das bei größeren Säugern wenig relevant ist, eine sehr sehr kleine ist.
Naja, aber die Frage ist doch, wo ist der genetische Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Säuger. Ich sehe eher Unterschiede im Fortpflanzungsmodus als in der Größe. Und da ist es eben meines Erachtens der Fortpglanzungsmodus der entscheidener ist als eine genetische Variabilität die meines Erachtens auch nicht wirklich getestet ist.
Es gibt beim Java Nashorn mehrere isolierte Linien und die denen jeweilig fehlende genetische Diversität wird durchaus als Problem gesehen:
FERNANDO, P., POLET, G., FOEAD, N., NG, L.S., PASTORINI, J. and MELNICK, D.J., 2006. Genetic diversity, phylogeny and conservation of the Javan rhinoceros (Rhinoceros sondaicus). Conservation Genetics, 7(3), pp. 439-448.
Auch beim Spitzmaul Nashorn wird genetische Diversität als ein relevanter Wert diskutiert:
MUYA, S.M., BRUFORD, M.W., MUIGAI, A.W.-., OSIEMO, Z.B., MWACHIRO, E., OKITA-OUMA, B. and GOOSSENS, B., 2011. Substantial molecular variation and low genetic structure in Kenya's black rhinoceros: Implications for conservation. Conservation Genetics, 12(6), pp. 1575-1588.
BRAUDE, S. and TEMPLETON, A.R., 2009. Understanding the multiple meanings of 'inbreeding' and 'effective size' for genetic management of African rhinoceros populations. African Journal of Ecology, 47(4), pp. 546-555.
Dass es schwer sein kann, negative Effekte von reduzierter genetischer Vielfalt quantitativ auszuwerten...
GRUEBER, C.E., WATERS, J.M. and JAMIESON, I.G., 2011. The imprecision of heterozygosity-fitness correlations hinders the detection of inbreeding and inbreeding depression in a threatened species. Molecular ecology, 20(1), pp. 67-79.
...heißt nicht, dass es nicht wichtig ist. Als irrelevant wird dieser Aspekt eigentlich kaum irgendwo angesehen:
LOYOLA, R.D., EIZIRIK, E., MACHADO, R.B., DE SOUZA AGUIAR, L.M., BRITO, D. and DE VIVEIROS GRELLE, C.E., 2011. Toward innovative integrated approaches for the conservation of mammals. Natureza a Conservacao, 9(1), pp. 1-6.
Denn: FLIGHT, P.A., 2010. Phylogenetic comparative methods strengthen evidence for reduced genetic diversity among endangered tetrapods. Conservation Biology, 24(5), pp. 1307-1315.
WALLING, C.A., NUSSEY, D.H., MORRIS, A., CLUTTON-BROCK, T.H., KRUUK, L.E.B. and PEMBERTON, J.M., 2011. Inbreeding depression in red deer calves. BMC Evolutionary Biology, , pp. 318.
Auch interessant: CLABBY, C., 2010. A magic number? American Scientist, 98(1), pp. 24-25.
Ich finde, dass es keinesfalls genug Hinweise gibt, salopp sagen zu können, ich pfeif auf die genetische Vielfalt und züchte das Javanashorn dann aus den letzten beiden Exemplaren wieder hoch.
Das Risiko, dass das gar nicht geht, oder dass dann etwas letztlich doch merklich anderes bei entsteht ist IMHO nicht von der Hand zu weisen.
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