Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Wullst am Auge bei F. Pardalis

Einklappen
Dieses Thema ist geschlossen.
X
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • #16
    Re: Re: Wullst am Auge bei F. Pardalis

    Hallo Daniel!

    Ich hätte noch den Tipp, ein Röntgen zu machen. Evt ist darin die Konsistenz/ Verschattung der Beule auszumachen, wenn sonst nix hilft....punktieren könnte man evt. auch ???? (na, das kann man sich lang aufsparen, hoff ich)

    Laut meinem "Frey - Löscher" sind Pilze und Hefen natürlich resistent gegen Flourchinolone (Baytril), und bereits 20-50% von Proteus spp....außerdem eine mäßige Empfindlichkeit bis Unempfindlichkeit bei Anaerobiern und Enterokokken.
    Fazit meiner Meinung nach: es kann sein, dass es die Keime erwischt; muss aber nicht...dafür bräuchte man ein Antibiogramm denk ich...

    weiters: ein keimfreier Darm ist tot! Die sogenannten "guten" Bakterien sterben ja dann auch und sie besetzen die Stellen, wo die "bösen" (gut und böse ist da nicht so einfach zu unterscheiden...) andocken könnten und sie übernehmen auch Syntheseleistungen für den Körper (z.B Vit B.)
    Man kann eigentlich praktisch nie alle Parasiten und Bakterien und Pilze beseitigen, etwas bleibt immer- wenn's aber wenig genug ist und der Körper gut arbeitet, kann er Resistenzen gegen die "Bewohner" ausbilden und sich in einem "equilibrium" (Gleichgewicht) arrangieren.

    Würd gerne wissen, was Marc dazu meint...
    grüße
    marlene

    ps: Meine Chamaeleons (ch. chamaeleon musae) haben immer kristallige gelbe Anteile bei ihrer Harnsäure. Ich dachte das wär normal? Ist das schon Kristallurie? Im Mikroskop sind es schlammgrüne polygonale Kristalle...

    Kommentar


    • #17
      Re: Wullst am Auge bei F. Pardalis

      Hi Marlene,
      da gebe ich Dir vollkommen Recht. Die Harnsäure kann teilweise gelblich oder sogar rötlich ("Ziegelstaub") gefärbt sein. Das ist absolut normal und kein Grund zur Sorge. Wenn manchmal eine klare gallertartige Substanz mit ausgeschieden wird, so deutet das i.d.R. auf eine gute Flüssigkeitsversorgung des Tieres hin (eigene Beobachtung). Differentialdiagnostisch kommt hier aber auch ein massiver Flagellatenbefall in Frage.

      Weitere Ursachen für einseitige Schwellungen am Auge:
      1. Verlegung des Tränen-Nasen-Gangs
      2. Bindehautentzündung auf Grund einer starken Keimdichte im Terrarium
      3.Bindehautentzündung auf Grund eines Fremdkörpers unter dem Lid

      Eine Herzinsuffizienz zeigt sich meistens durch ein Kehlsacködem bzw. durch Ödeme im Bereich der Augen. In diesen Fällen sind jedoch dann beide Augen betroffen.

      Von einer Punktion ist dringend abzuraten. Evtl (je nach Diagnose) können aber Spülungen sinnvoll sein.

      Was die Parasiten angeht, so muß ich Dir teilweise widersprechen: es ist sehr gut möglich parasitenfreie Bestände zu erhalten. Damit meine ich aber eine Freiheit von Helminthen, Kokzidien, Amöben und Hexamiten, also die richtig fiesen Viecher ;-)
      Ein gewisser Befall mit diversen Flagellaten ist sicherlich nicht zu verhindern und in einem bestimmten Maß auch physiologisch.
      Grüsse

      Kommentar


      • #18
        Re: Re: Wullst am Auge bei F. Pardalis

        >Was die Parasiten angeht, so muß ich Dir teilweise widersprechen: es ist sehr gut möglich parasitenfreie Bestände zu erhalten.
        Hihi! Ein Optimist ; )

        >Damit meine ich aber eine Freiheit von Helminthen, Kokzidien, Amöben und Hexamiten, also die richtig fiesen Viecher ;-)

        -ARGGGhhh- dreckig, feige und gemein, aber irgendwie sind sie schon genial mit ihren histotrophen Stadien, ihren amastigoten Formen und ihren Zysten...da kommt man oft einfach nicht ran!

        Hast du eigentlich je mit Cryptosporidien oder Mykoplasmen Bekanntschaft gemacht bei deinen Pfleglingen? Ich höre immer wieder, es ist am Vormarsch - zumindest ist jetzt die Diagnostik auch so weit...

        Wie machst du den Bestand kokzidienfrei? Sulfonamide und Raus-Rein-Verfahren???Dauernd umsetzen? Ich mein, Oozysten sind ja fast nicht umzubringen...

        greetz
        marlene

        Kommentar


        • #19
          Re: Wullst am Auge bei F. Pardalis

          Hi,
          bin da eigentlich weniger Optimist, sondern ich berufe mich hier vor allem auf unsere Praxiserfahrungen.
          Kokzidien bekommt man bei Reptilien mit Sulfonamiden und auch Toltrazuril (Baycox) recht gut in den Griff. Die Behandlung erfolgt in einem Quarantäneterrarium, welches täglich gereinigt wird (Zeitungspapier als Bodenbelag). Sechs Wochen nach der Behandlung werden dann nochmal Kotproben parasitologisch untersucht. Sollten hier positive Ergebnisse erhalten werden, so wird die Behandlung fortgesetzt. Wir haben damit, wie gesagt, recht gute Erfolge. Die Terrarien müssen gründlich sterilisiert werden und die Einrichtung muß, sofern sie nicht hitzebeständig ist, ausgetauscht werden. Lebende Pflanzen dürfen nicht wieder in das Terrarium verbracht werden.
          Als Desinfektionsmittel sind hier nur formalinhaltige Mittel gegen die Oozysten wirksam, doch auf Grund der Gefahr für die Terrarientiere dürfen sie nicht eingesetzt werden.
          Cryptosporidien sind ein Problem. Man kann versuchen, sie mit Halofuginon zu bekämpfen, doch nicht immer verläuft dies erfolgreich. In solchen Fällen bleibt oft nur eine dauerhafte Separierung des betroffenen Tieres, wobei auf eine strenge Terrarienhygiene zu achten ist und auf die Vermeidung von Stress. Bei der hypertrophen Cryptosporidiose, die besonders die Magenschleimhaut von Schlangen betrifft, ist die Prognose leider oft sehr ungünstig
          Ebenso sind Mykoplasmen ein Problem. Eine Antibiose sollte erfolgen (je nach Fall), aber auch hier steht vor allem eine Optimierung der Haltungsparameter im Vordergrund.
          Beste Grüsse


          [[ggg]Editiert von Marc-N. am 31-03-2004 um 00:00 GMT[/ggg]]

          Kommentar


          • #20
            Re: Re: Wullst am Auge bei F. Pardalis

            ...Die Terrarien müssen gründlich sterilisiert werden und die Einrichtung muß, sofern sie nicht hitzebeständig ist, ausgetauscht werden. Lebende Pflanzen dürfen nicht wieder in das Terrarium verbracht werden.....


            Ich seh schon, meine Behandlung war evt. "für die Würscht".
            Deine Methode klingt super. So etwas meinte ich mit Rein-Raus Verfahren. Das heißt eigentlich ich muss mir zwei Quarantäneterrarien zulegen und meine Pflanzen verwerfen.snif!
            Naja, ich warte mal ab, die Kotuntersuchung nach 2 Wochen war negeativ...

            Danke!
            Marlene

            Kommentar

            Lädt...
            X