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Leopardgecko Umgang

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  • Leopardgecko Umgang

    Hey, ich habe mir vor einigen Tagen ein Leopardgecko Jüngling (5 Monate alt) zugelegt. Meiner Meinung nach ist sie top fit und erkundet nachts auch reichlich das Terrarium. Nun möchte ich nichts falsch machen und habe mich auch in einigen Foren umgesehen, ein Buch gelesen und auch mich ausgiebig mit dem Züchter unterhalten. Dennoch meine Frage: Habt ihr noch Tipps für mich, damit ich dem Gecko ein möglichst angenehmes und langes Leben verschaffen kann? Danke schon einmal im Voraus. Momentan füttere seit gestern täglich mit Heuschrecken und Mehlwürmern, die ich reichlich vorher anfüttere und auch vor Verabreichung bestäube. Ab einem Alter von 6 Monaten würde ich das auf alle zwei Tage etwa herunterschrauben. Mein Terrarium hat ein gutes Temperaturgefälle und es gibt etwa 3-4 Versteckmöglichkeiten, incl. einer Wetbox. Mit dem "zähmen" würde ich erst in einer Woche oder zwei beginnen, damit sie sich vorher eingewöhnt hat. Würdet ihr da etwas anders machen?

  • #2
    Hi, wie sieht dein Terrarium den aus? Woraus besteht der Bodengrund, wie groß ist es und gibt es Klettermöglichkeiten? Ansonsten scheint es deiner kleinen ja gut zu gehen, Erkundungen sind ein gutes Zeichen.
    Tipp von mir: Heuschrecken sind eine super Nahrung, Mehlwürmer sollten aber keine Dauerlösung sein. Mal abgesehen davon, dass sie süchtig machen und deine Dame später Grillen oder ähnliches ablehnen könnte, sind sie auch extrem fett. Sie sollten (ebenso wie beispielsweise Bienenmaden) als "Leckerlie" dienen und nur selten Verfüttert werden. Später sind zwei, oder sogar drei Tage ein ganz gutes Maß, sie soll sich ja nicht überfressen.

    Du scheinst ja gut informiert zu sein, ich bin mir sicher du wirst mit der Kleinen viel Freude haben!

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    • #3
      Moin,
      aus meiner Sicht sind drei Maßnahmen vorrangig und elementar für ein langes Leopardgeckoleben:
      die Tiere nicht "verheizen", also ein artgerechtes Temperaturmanagement (nachtaktiv!)
      eine ausgiebige Winterruhe, auch bei Männchen und nicht verpaarten Weibchen
      eine konsequent maßvolle Fütterung. Larven wie Mehlkäfer- oder Schwarzkäferlarven oder Wachsmottenlarven brauchen gar nicht verfüttert werden und sollten es auch nicht. In einem Alter von 5 bis 6 Monaten reichen drei Fütterungen pro Woche mit etwa 2 bis 3 Futtertieren aus. In dem Alter verfüttere ich, was im Handel als "Steppengrillen mittel" feilgeboten wird.
      Bei Interesse an den Tieren ergibt sich alles andere von alleine. Die notwendigen Randbedingungen sind ja hinreichend bekannt (Bodengrund, Klettermöglichkeiten usw.).
      Ich rate auch davon ab, Leopardgeckos "zähmen" zu wollen. In der Eingewöhnungsphase sollten sie in Ruhe gelassen werden. Zahm werden sie alle von alleine, wenn die Zeit dazu ihrer Meinung nach reif ist. Einfach Geduld haben, auch wenns schwerfällt. Grüße
      Sven
      Jeder Mensch hat eine Wirbelsäule, aber nicht jeder hat ein Rückgrat.

      Bitte sehen Sie von privaten Anfragen zu Diskussionsthemen weitgehend ab und posten sie lieber im Forum bzw. bitte legen Sie es mir nicht als Arroganz oder Gleichgültigkeit aus, wenn ich sie nicht beantworte (n kann). Mir fehlt einfach die Zeit dazu.

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      • #4
        Hallo,
        sei froh wenn die Tiere nicht " zahm " sind.
        Sie sollten gut händelbar sein, so dass im Terrarium ohne Probleme gearbeitet werden kann. Auch beim Füttern oder wenn man das Tier mal in die Hand zwecks Gesundheitskontrolle
        nehmen muss ist das angenehm.
        "Zahm" sein kann auch belastend sein.

        Andreas

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        • #5
          Das mit dem "verheizen" kann man nicht oft genug betonen.

          Die Leute wundern sich bis heute immer wieder über meine "alten" Tiere, ich betone dann immer dass die mit ihren 16 Jahren noch mal gut doppelt so alt werden können.
          Die Meinung scheint leider immer noch zu sein, dass man "Wüstentiere" scheinbar bei lebendigen Leib kochen muss, die realen Temperaturen in Afganistan/Pakistan hingegen kommen fast schon gebietsweise an die jetztigen Temperaturen hierzulande ran. Ich verwende seit Jahren keinerlei Heiztechnik mehr, weder im Winter noch im Sommer. Zimmertemperatur reicht und da mein Becken in einem wintergartenähnlichen Raum steht erwärmt es sich im Sommer ganz von alleine.
          Klar, sowas hat nicht jeder, aber dennoch übertreiben die meisten Leute mit der Technik in Leopardgeckobecken maßlos. Den Zoohändler freuts.

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          • #6
            Beim Begriff zahm im Zusammenhang mit Echsen tue ich mich schwer. Echsen sind Wildtiere und sollten auch als solche gehändelt werden.

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            • #7
              Erstmal danke für die ganzen Antworten!
              Mit zahm meine ich auch nicht wie ein Hund, sondern in etwa wie Vipera60 das meinte. Die Mehlwürmer habe ich auch komplett ersetzt durch Heimchen, Wüsten- und Wanderheuschrecken, welche sie wirklich gut annimmt. Mittlerweile füttere ich von den Heuschrecken in M etwa 2-3 alle 2 und manchmal alle 3 Tage, wobei mir da noch etwas ein Rätsel ist. Meine Geckodame liegt relativ viel unter ihrer Schieferplatte, die tagsüber unter der Heizspot liegt und bewegt sich deshalb nur, wenn es irgendeinen Anreiz dafür gibt. Liegt das noch an der Eingewöhnung, oder wie kann ich ihr da ein wenig enrichment (mir fällt das deutsche Wort nicht ein) bieten? Die offene Frage zu dem Futter die sich mir auch stellt ist, ob (solange die Summe des Futters gleich bleibt) nicht kleinere Futtermengen auf mehr Tage verteilt sinnvoller sind? So könnte sie häufiger jagen, bekäme aber die gleiche Menge..
              Zu deinene Fragen Mizarmara , das Terrarium hat eine Größe von 90x45x45 (Exo Terra) und ich benutze ein Sand/Lehm-Gemisch, welches sich durch Wasservermengung beim Einrichten stark verhärtet hat. Für ein wenig Buddeln etc. ist in der Wetbox Kokoshumus.
              @alle: Zu dem Verheizen: Die Winterruhe werde ich nächsten Winter selbstverständlich durchführen, nur war mir das wegen des ungünstigen Datums (ende Januar) nur dieses Jahr nicht möglich. Der Leopardgecko sollte doch selber gut wissen, was zu warm, oder eben angemessen ist. Oder nicht? Das Terrarium hat eine Spanne von 28/29Grad an der wärmsten Stelle (lokal unter dem Spot maximal 35), in der Mitte etwa 25 Grad und auf der kühlen Seite zwischen 22-24 Grad tagsüber. Geht das so weit in Ordnung? Sie liegt echt hauptsächlich in dem warmen Bereich.

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              • #8
                Naja, der Gecko an sich "weiß" ja nicht was gut für ihn ist und was nicht. Wenn es warm ist und er seine Vorzugstemperatur erreicht, fühlt er sich wohl und strebt deshalb danach, diesen Zustand zu erreichen. Deshalb liegen die Tierchen gerne an den Wärmestellen.
                Andererseits sollte aber bedacht werden, dass die Echsen ja wechselwarm sind, was bedeutet, dass sie ihre Körpertemperatur nur in sehr begrenztem Umfang regulieren können. Das bedeutet in erster Näherung, dass die Körpertemperatur der Umgebungstemperatur entspricht. Im Bereich der Vorzugstemperatur (nach Messungen von mir dürfte die bei Leopardgeckos bei etwa 28 bis 30 °C liegen) arbeitet auch der Stoffwechsel am effektivsten. Das bedeutet, dass Tiere, die permanent ihre Vorzugstemperatur besitzen, auch ständig auf Hochtouren laufen, was zu einer vorzeitigen Alterung führt. Das kann man beispielsweise an der Zahl der Gelege sehen, die ein Weibchen ablegt. Ich kenne Berichte von Haltern, deren Weibchen bis zu acht Gelege im Jahr absetzen. Steuern können die Tiere das nicht selbst und man kann sich vorstellen, welche Belastung das für die betroffenen Weibchen bedeutet.
                Daraus kann man umgekehrt schließen, dass durch gemäßigte Temperaturen tagsüber die Tiere ruhen und ihr Stoffwechsel auf Sparflamme läuft, was ihrem Naturell als nachtaktive Art entspricht. Nebeneffekt ist, dass die Tierchen langsamer altern. Ich "steuere" meine Leopardgeckos schon seit Jahren so, dass sie drei Gelege im Jahr absetzen, in seltenen Fällen vier. Meine inzwischen 19 Jahre alten Weibchen sind entsprechend quicklebendig, setzen nach wie vor Gelege ab und freuen sich des Lebens. Dass sie mit etwa 14 Jahren aufhören zu legen (zu lesen bei Henkel/Schmidt 2009), kann ich nicht bestätigen. Grüße
                Sven
                Jeder Mensch hat eine Wirbelsäule, aber nicht jeder hat ein Rückgrat.

                Bitte sehen Sie von privaten Anfragen zu Diskussionsthemen weitgehend ab und posten sie lieber im Forum bzw. bitte legen Sie es mir nicht als Arroganz oder Gleichgültigkeit aus, wenn ich sie nicht beantworte (n kann). Mir fehlt einfach die Zeit dazu.

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                • #9
                  Die ausführliche Beschreibung hilft mir auf jeden Fall sehr weiter, danke.
                  Aber nun zu meinem Terrarium; mein Leopardgecko liegt ja jetzt bevorzugt unter der Schieferplatte, bei der die Temperatur sich so auf 28 Grad beläuft (tagsüber, etwa ab 12-13 Uhr). Passt das dann von der Temperatur? Nach deiner Beschreibung, zumindest so wie ich es verstanden habe, müsste sie dann ab Mittags bis zur Abkühlung Abends auf Hochtouren laufen?

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                  • #10
                    Ach und noch eine letzte Frage an die Profis hier: Was haltet ihr von Bioaktiven Terrarien? Mir gefallen die nähmlich sehr gut und ich habe vor, sofern ich bis dahin genügend Wissen darüber gesammelt habe, während der nächsten Winterruhe das Terrarium bioaktiv zu gestalten. Das einzige Problem was sich da meiner Meinung nach nur stellt ist, dass das Substrat dort häufig sehr lose ist. Dahingehend interessiert es mich, ob das Risiko (des Verschluckens) eurer Meinung nach vertretbar ist, oder ob man lieber bei einem harten Bodengrund bleiben sollte.

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                    • #11
                      Bin zwar kein Profi für bioaktive Terrarien, kann aber zumindest zum Thema Substrat etwas sagen. Solange dein Leopardgecko keine mineralischen Defizite hat sollte es für ihn keinen Anlass geben, Bodensubstrat zu fressen (absichtlich und in größeren Mengen). Allerdings soll es auch Leopardgeckos geben, die verhaltensgestört sind und nicht davon abgehalten werden können, exzessiv Substrat zu fressen - da kann ich aber persönlich nichts zu sagen, da ich das noch nicht erlebt habe. Dass die Tiere beim Fangen von Beute natürlich auch kleine Mengen an Substrat verschlucken, ist normal und wird bei einem gesunden Tier einfach mit ausgeschieden. In der Wildnis ist das schließlich auch der Fall.


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                      • #12
                        Aride bioaktive Terrarien sind etwas schwierig.
                        Habe da bei meinen beiden Leopardgeckodamen die Erfahrung gemacht, dass Asseln zwar eine Weile unter der Wasserschüssel oder in der Wetbox ausharren, früher aber später erjagt werden und das sehr gerne. Scheiden also schon mal aus. Springschwänze sowieso.

                        Was bei mir immer geht sind Zophobaskäfer. Fressen tote Futtertiere und die Geckos ignorieren die Käfer und die Käfer die Geckos, bei Jungtieren wäre ich aber vorsichtig. Sonst habe ich nur noch Staubläuse und Pseudoskorpione im Becken die sich dort selbst angesiedelt haben.

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