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Vorbereitungen Python regius

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  • Vorbereitungen Python regius

    Hallo zusammen,

    nach langer Zeit der Inaktivität melde ich mich wieder. Ich habe mich (voraussichtlich) entschlossen in Zukunft eine P.regius zu halten. Hierfür habe ich mich mit dem "Buch" (Heft) "Python Regius - Der Königspython" von Thomas Kölpin schlau gelesen sowie die Studiue "Zur Tiergerechten Haltung von Köngispythons (Python regius) - Beurteilung unterschiedlicher Haltungssysteme unter den Aspekten des Tierverhaltens und er Stressbelastung" von Tina Hollandt an der Tierärztlichen Faklutät der Ludwig-Maximilians-Universität München.

    Dies hat mich zu den folgenden Erkenntnissen/Vorhaben gebracht:

    Für ein Tier sollte das Becken 120x60x100cm (LxBxH) betragen, die Temperaturen und Luftfeuchtigkeit würde ich der Literatur von Kölpin entnehmen.

    Kölpin schreibt, das keine UV-Bestrahlung notwendig ist, Hollandt hingegen hat eine verwendet (Lucky Reptile Bright Sun UV Jungle 50W). Ich würde hier lieber "auf Nummer Sicher" gehen und eine UV Lampe installieren - wird dem Tier ja wohl nicht schaden.

    Hollandt beschreibt das die Tiere, im Gegensatz zu einigen Efahrungsberichten und Literatur (s. Quellenverzeichnis), sehr wohl klettern, daher die Höhe von 100cm, und ich möchte gerne dem Tier ausreichend Möglichkeiten bieten und auf gefährliche Gegenstände bei etwaigen stürzen achten (und vermeiden).

    Einen reptilienkunden Tierarzt vor Ort habe ich bereits ausfindig gemacht.

    Nun zu meinen Fragen:

    1. Substrat, ich habe ab und an gelesen (fragt nicht wo), dass die Tiere auch mal graben. Wie hoch würdet ihr das Substrat aufhäufen? Ich hätte an ca. 20cm plus eine kleine Drainageschicht gedacht. Als Substrat dachte ich an ein Blumenerde-Sand Gemisch.

    2.1 Einrichtung. Ich würde das Terrarium gerne so nah am natürlichen Habitat (West- und Zentralafrika) der Tiere angleichen. Nun gehe ich davon aus, dass diese doch recht feisten Schlangen dünne Gräser und ähnliches einfach plattwalzen. Hier hatte ich mich bereits ein wenig nach diversen afrikanischen Pflanzen mit "Durchhaltevermögen" umgesehen. Leider werden viele als "giftig" für Haustiere und Menschen betitelt. Da sie auch als Zimmer/Zierpflanzen gehalten werden, gehe ich mal nicht davon aus, dass (außer es steht explizit dabei) diese Pflanzen giftig bei Kontakt sind. Wie verhält sich das mit Pflanzen, die bei Verzehr giftig sind? Mir ist klar, dass die Schlange wohl nicht anfangen wird vegetarische Züge an den Tag zu legen, aber stellen Pflanzen wie Goldene Efeutute Epipremnum aureum und Bogenhanf Sansevieria trifasciata eine Gefahr für die Tiere dar?

    2.2 Einrichtung. Ich wrüde gerne afrikanische Hölzer als Klettermöglichkeiten verwenden... aber ich habe keine Idee wie ich an sowas herankommen soll.

    2.3 wie verhält es sich mit Isopoden, stören die die Schlangen, oder kann man sie als kleine Saubermacher mit im Terrarium halten?

    3. Literatur: gibt es noch weitere Literatur die ihr empfehlen würdet?

    4. Bei der Suche nach Züchtern bin ich auf Phillipp Danch's Seite "Pr-snakes.de" gestoßen, der auch Mitglied der DGHT ist. Ich würde zudem gerne die Terraristika in Hamm besuchen. Ich suche vor allem nach wildfarbenen Tieren. Zwar sind viele Farbmorphe auch schön, aber Innzucht oder Qualzucht sind dinge, die ich nicht unterstützen möchte (nicht das alle Farbmorphe daraus hervorgehen) und auch das Risiko für genetische Schäden möchte ich reduzieren. Habt Ihr sonst Vorschläge, wo man sich hin orientieren kann?

    5. Futterversorgung ist hier in Osnabrück augenscheinlich schwierig. Wir haben zwar reichlich Hunde und Katzenfutter Geschäfte, aber was Frostfutter angeht sieht es mau aus. Nun kann man sowas ja auch im Internet bestellen. Würdet ihr sagen, dass das als Versorgung ausreicht, oder ist ein örtlicher Händler zwingend notwendig um die Versorgung zu garantieren? (Ich schätze mal nein, da die Fütterungsintervalle ja sowieso einige Zeit auseinander liegen, vor allem bei adulten und subadulten Tieren).

    6. Habe ich etwas wichtiges vergessen?

    Vielen Dank für Eure Zeit im Voraus.

  • #2
    Ich versuche es mal kurz und knapp.
    Ich halte seit 40 Jahren Königspythons. Habe sowohl die flache, als auch die höhere Terrarienvarinte ausprobiert. Die meisten Tiere klettern bei mir nicht. Ebenso verhält es sich mit dem Graben/Wühlen im Substrat. Ich halte meine Tiere auf einem Kokos-Sägespanngemisch, das natürlich staubfrei ist und biete Halbhöhlen als Unterschlüpfe an. Vielleicht liegt die nicht vorhandene Grabtätigkeit auch daran.
    zu 1.: Kannst du so ausprobieren
    zu 2.1.: Bogenhanf geht mit Sicherheit, Efeutute müsste bei entsprechender Bewässerung auch funktionieren, aber rechne damit, dass ein erwachsener Königspython auch diese Pflanzen in Mitleidenschaft ziehen wird
    zu 2.2.: keine Ahnung, ich benutze Buchen- und Fliederholz
    zu 2.3.: in meinen Terrarien sind Asseln unterwegs, das funktioniert gut
    zu 3.: die von dir gewählte Literatur finde ich sinnvoll und zielführend. Bei der Diskussion über UV-Licht wird es immer 2 Meinungen geben, ich habe sowohl Becken mit, als auch Becken ohne, bemerke aber bei den darin gehaltenen Tieren keinen Verhaltensunterschied
    zu 4.: schreib mir gerne eine PN, wenn du an wildfarbenen und eingewöhnten Tieren Interesse hast. Bei mir warten einige Tiere auf Vermittlung und wir wohnen im gleichen Bundesland
    zu 5.: Frostfutter ist völlig ausreichend. Eine gute Adresse ist da frofu
    zu 6.: wahrscheinlich nicht

    Das war jetzt doch nicht kurz, hilft dir aber vielleicht weiter.

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    • #3
      Hallo Jan :-),

      danke für deine ausführliche... ich meine kurze und knappe Antwort.

      Das klingt ja erstmal erbaulich, das ich anscheinend nichts großartig vergessen habe oder absoluten blödsinn vorhabe.

      Das die Pflanzen leiden und auch enden können ist mir klar... wir werden sehen was funktioniert.


      Im Bezug auf die NZ würde ich gerne in Zukunft auf dich zukommen, ich habe es nicht vergessen ;-), nur da ich noch ganz am Anfang stehe, wird jetzt erstmal ein Unterschrank gebaut, dann ein Terrarium, das wird eingerichtet und eingefahren... also ich denke mal irgendwann in Q1 2026 bin ich bereit mich nach tatsächlichen Pfleglingen umzuschauen. Wir schreiben dann einfach nochmal.

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      • #4
        Alles klar, freut mich, dass ich helfen konnte.
        Bis dann.

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        • #5
          Als Ergänzung zu janms Antworten, ebenfalls basierend auf eigenen Erfahrungen:

          1) ich verwende ein Blumenerde-Kokoshumus-Sandgemisch, an einigen Stellen zusätzlich anteilig mit Lehm. Ich konnte nie Grabtätigkeiten feststellen. Die richtige Substrathöhe richtet sich daher eher an der Bepflanzung. Drainage habe ich ebenfalls drin und ist nicht verkehrt.


          2.1)
          Habe Bogenhanf, einheimische Gräser (aus Saatgut aus dem Baumarkt), Clerodendrum thomsoniae, Musa paradisiaca (Zierbanane; kleines Exemplar) und Grünlilien im Terrarium versucht. Die Clerodendrum und die Banane haben nicht lange gehalten.
          Die Gräser brauchen viel Wasser und vertrocknen teilweise, teilweise wachsen aber auch neue Halme nach. Grünlilie (ebenfalls afrikanisch, ähnelt optisch stark den Gräsern) und Bogenhanf gedeihen hingegen hervorragend, wobei es erstere etwas feuchter brauchen als zweitere. Das lässt sich aber durch klimatisch unterschiedliche Bereiche gut lösen.

          Ich habe noch nie irgendein Problem mit Bogenhanf in Bezug auf die potenzielle Giftigkeit feststellen können.
          Grundsätzlich bin ich der festen Überzeugung, dass man mit geschickten Arrangement die Terrarien für Python regius sehrwohl schön bepflanzen kann und nicht automatisch alles platt gewälzt wird. Ist natürlich alles eine Frage der Beckengröße und Strukturierung.

          2.2.)
          wird vermutlich schwierig umzusetzen (denke da an diverse Importvorschriften) und ist letztlich auch überflüssig, da es im Vergleich zu den "normalen" Hölzer sowohl in praktischen als auch optischen Gesichtspunkten kaum Unterschiede geben wird.

          2.3.)
          Bodenpolizei klappt auch bei mir ohne Probleme


          3.)
          Absolut empfehlenswert ist die Zeitschrift Draco zum Thema Königspythons

          4.)
          Königspythons sind leider Dauerbrenner in Auffangstationen. Dort gibt es viele bis sehr viele Exemplare in verschiedenensten Farbgebungen und Größen. Daher plädiere ich immer dazu, sich zunächst an derartige Einrichtungen zu wenden. So kann man einem solchen Tier nochmal eine zweite Chance geben.


          5.) Frostfutter via Internet ist völlig ausreichend. Du bestellst ja immer mehrere Futtertiere pro Lieferung und hast somit in der Regel auch einen Vorrat. Aber selbst, wenn man einmal vergessen sollte, rechtzeitig für Nachschub zu sorgen, ist das kein Problem. P. regius übersteht erstaunlich lange Perioden ohne Futteraufnahme (was natürlich nicht heißt, dass man den Tieren leichtfertig Nahrung vorenthalten sollte. Er kippt aber halt nicht gleich um, wenn er mal ein paar Wochen nichts frisst.)

          6.) Wirklich wichtig halte ich eine angemessene Quarantäne inkl. Kotproben. Ansonsten klingt Dein Vorhaben gut durchdacht.


          Noch ein Wort zum Kletterverhalten:
          Auch bei mir konnte ich nur selten solches feststellen. Daher würde ich eher empfehlen, die Höhe zu Gunsten der Grundfläche ein wenig zu reduzieren oder aber mittels doppelten Boden eine zweite Ebene als zusätzliche "unterirdische" Aufenthaltfläche anzubieten. Ein entsprechendes Terrarium wird in einem Artikel in der o.g. Draco ausführlich beschrieben. Ich nutze ebenfalls diese Variante und habe ausschließlich positive Erfahrungen damit gemacht.

          Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich gerne.

          Viele Grüße

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          • #6
            Hallo Amable,

            vielen Dank für deine ausführlich Antwort.

            2.1 super, mehr Pflanzen die man probieren kann!

            2.2 ist auch nicht *unbedingt* notwendig... ich mags halt authentisch, aber wenn das nicht geht finde ich hier in der Gegend sicher ein schönes Torfmoor ;-)

            3. auch dies wird sich in bälde zu Gemüte geführt.

            4. Das mag durchaus sein, aber ich bin mehr an einem nicht-vorbelasteten Tier interessiert. Natürlich verstehe ich, dass es für Auffangstationen schwierig ist und diese Tiere haben auch mein Mitgefühl. Allerdings bringt es mir halt auch herzlich wenig Freude, wenn ich mir ein Tier mit einer sich bereits entwickelnden Krankheit o.ä. anschleppe. Ich mache es lieber von Anfang an richtig, übernehme ein Tier aus erfahrener und guter Haltung, und halte es lange gesund.

            6. Kotproben und regelmäßige Gesundheitschecks sind für mich selbstverständlich, aber gut das du das nochmal erwähnst.

            Bezüglich dem Kletterverhalten: Mein Vorhaben war weniger 2-3 Äste in die Höhe zu bringen in Erwartung, dass das Tier sich von einem zum anderen schwingt, sondern die nutzbare Fläche mit Hilfe von Rückwand und stabilen, großen "Kletter"möglichkeiten zu erweitern.

            Sobald mir Fragen aufkommen werde ich mich melden 07

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            • #7
              Zitat von Tobi1992 Beitrag anzeigen
              4. Das mag durchaus sein, aber ich bin mehr an einem nicht-vorbelasteten Tier interessiert. Natürlich verstehe ich, dass es für Auffangstationen schwierig ist und diese Tiere haben auch mein Mitgefühl. Allerdings bringt es mir halt auch herzlich wenig Freude, wenn ich mir ein Tier mit einer sich bereits entwickelnden Krankheit o.ä. anschleppe. Ich mache es lieber von Anfang an richtig, übernehme ein Tier aus erfahrener und guter Haltung, und halte es lange gesund.
              Diese Tiere sind nicht zwangsläufig „vorbelastet“. Der häufigste Abgabegrund dürfte sein, dass man/frau das Tier wegen Umzug, Zeitmangel etc. abgeben muss, häufig schweren Herzens, aber einfach keinen Abnehmer findet.
              Ausserdem wird eine seriöse Auffangstation keine kranken Tiere weiter vermitteln.

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              • #8
                Zitat von cham-sitter Beitrag anzeigen
                Ausserdem wird eine seriöse Auffangstation keine kranken Tiere weiter vermitteln.
                Am Beispiel München: doch. Aber bei besagten Tieren wurde immer klar und deutlich darauf hingewiesen, und eine Abgabe in Einzelhaltung stellt dann kein Problem dar. Solange man sich an die Vorgaben der Auffangstation und die sicherlich vertraglich vereinbarten Bedingungen hält, alles kein Ding. Ich bin absolut dafür, Tieren in Not (auch latent kranken) eine zweite Chance zu geben, anstatt die Vermehrer weiter zu motivieren, noch mehr zu vermehren und Tierheime/Auffangstationen indirekt weiterhin zu füllen.

                Ich kann ebenso jeden verstehen, der Risiken minimieren möchte, und lieber ein Jungtier vom Züchter kauft. Auch da gilt leider: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Quarantäne des Neuzuganges ist unumgänglich, und von bestimmten Reptilien würde ich selbst vom vermeintlich besten Züchter die Finger lassen, wenn bestimmte Tests dort nie nachweislich durchgeführt wurden.

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