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Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

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  • Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

    Unverhoffterweise haben unsere Gelbwangenschmuckschildkröten am Wochenende Nachwuchs bekommen. Unverhoffterweise deswegen, weil unsere Schildkröten den Sommer über im Gartenteich waren und wir vorher nicht mitbekommen haben, dass da was im Busche ist.

    Jedenfalls wollen die 4 Kleinen nicht fressen. Ich habe es mit kleinen Pellets, mit Fischfutter und mit Wasserflöhen versucht - es ist nichts zu machen. Einen Dottersack haben sie nicht mehr. Wie kann ich sie dazu bringen, zu fressen?

    Liebe Grüße
    Kristin

  • #2
    Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

    Hallo Kristin,

    > Einen Dottersack haben sie nicht mehr.

    Wenn Du den Dottersack äußerlich nicht siehst, heisst das noch nicht, dass er nicht mehr vorhanden ist. Kleine Schildkröten ziehen den Dottersack nach dem Schlupf ein, aber die darin vorhandenen Nährstoffe reichen oft trotzdem noch recht lange. Bei meinen Moschusschildkröten dauert es meist zwei Wochen, bis sie beim Futter richtig reinhauen. Es kommt also darauf an, wie lange die Kleinen schon rumschwimmen, ohne zu fressen und bei welcher Temperatur Du sie hältst. Vielleicht besteht noch gar kein Grund zur Sorge!

    Nun aber was Anderes: Du schreibst von zerkleinerten Pellets. Bei Schildkröten gibt es so etwas wie "Futterprägung" - das heisst, dass die Schildkröten später das Futter bevorzugen, das sie ganz früh kennen gelernt haben. Nun sind Pellets für Gelbwangenschmuckschildkröten aber gar nicht gesund - weder für die Kleinen noch für deren Eltern (auch wenn's auf der Packung steht...). Es wäre also besser, wenn Du die Kleinen gleich an möglichst viele natürliche (!) Futtersorten gewöhnst. Probiere außer den Wasserflöhen auch verschiedene Mückenlarven und Gammarus, und biete vor allem auch Wasserpflanzen wie Wasserpest und Wasserlinsen (und vielleicht auch Wiesenkräuter wie Löwenzahn) an. Kleine Gelbwangenschmuckschildkröten fressen zwar viel tierisches Futter, aber auch sie nehmen meist schon früh Pflanzenfutter an.

    Noch ein Buchtipp: Das Büchlein "Die Gelbwangenschmuckschildkröte" von Andreas Hennig aus der Reihe "Art für Art" (NTV-Verlag), das kostet nicht viel und hebt sich sehr positiv von den anderen Büchern in dieser Preisklasse ab.

    Viele Grüße Beate

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    • #3
      Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

      KristinS schrieb:
      Unverhoffterweise haben unsere Gelbwangenschmuckschildkröten am Wochenende Nachwuchs bekommen. Unverhoffterweise deswegen, weil unsere Schildkröten den Sommer über im Gartenteich waren und wir vorher nicht mitbekommen haben, dass da was im Busche ist.

      Jedenfalls wollen die 4 Kleinen nicht fressen. Ich habe es mit kleinen Pellets, mit Fischfutter und mit Wasserflöhen versucht - es ist nichts zu machen. Einen Dottersack haben sie nicht mehr. Wie kann ich sie dazu bringen, zu fressen?

      Liebe Grüße
      Kristin
      Hallo Kristin!
      Die Wasserflöhe waren doch lebende, oder?!?
      Lebendfutter, möglichst rot, sind so "die Tricks" am Anfang. >> rote Mückenlarven, Tubifex, kleine Regenwürmer, Krebse (lebende), Schnecken. Tubifex nur ab und zu, da sie aufgrund ihrs natürlichen Vorkommens manchmal etwas belastet sind.
      Trockenfutter sparsam füttern; das völlige "Pelletverbot" ist etwas harsch, aber es sollte doch recht selten verfüttert werden. So alle 10 Tage, zwei Wochen halte ich für akzeptabel.
      Kleine Schnecken, Wasserflöhe, Regenwürmer kan man gut und mit wenig Aufwand selber züchten. Ein kleines ungeheiztes, gut durchlüftetes Aquarium und eine "Wurmbox" reichen. Mal im Futterforum schlau machen.
      Jedenfalls -bitte- dringend den Rat beherzigen und wenig Trockenfutter füttern.
      Immer parallel Pflanzen anbieten: An Wasserpest, Vogelmiere, Wegerich u.ä. hat sich noch keine Gelbwange überfressen und/oder Nierenschäden geholt.

      Viele Grüße
      Marko

      [[ggg]Editiert von Stax am 04-10-2004 um 14:27 GMT[/ggg]]

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      • #4
        Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

        Hallo,

        wie eine Freilandnachzucht bei Trachemys scrpita scripta? Das ist ja wirklich ein einmaliges Ereignis! Das musst du unbedingt näher beschreiben. Wie werden die Tiere den das Jahr über gehalten (wo wohnst du denn? Klima?) Wie und wo habt ihr die Winzlinge den gefunden, frei schwimmend oder noch an Land in der Eigrube?

        Gib doch bitte noch ein paar Info's

        MfG Jens

        Kommentar


        • #5
          Re: Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

          Hallo Jens,

          es ich habe mich vielleicht falsch ausgedrückt: Unsere Schildkröte scheint die Eier gelegt zu haben, kurz bevor sie ins Sommerquartier kam. Also ganz so sensationell ist es nicht.

          Kristin

          Kommentar


          • #6
            Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

            Hi!

            Was ich auf jeden Fall machen würde: Von Anfang an sehr viel pflanzlich "dazufüttern", auch wenns vielleicht gar nicht gefressen wird, hier bietet es sich an, das Becken zu bepflanzen; ansonsten kann es später (bei zuvor ausschliesslich tierisch ernährten Tieren) Probleme bei der Futterumstellung geben, denn T. scripta ssp. ist ja im Alter (überwiegender bzw.) gänzlicher Pflanzenfresser.;

            Zur Ernährung jetzt: Es kann gut sein, dass sie noch von den Resten zehren, dazu kann ich dir nicht viel sagen, da ich meine zwar auch als "Schlüpflinge" erwarb, aber eben nicht total "frisch".
            Gammarus, Wasserflöhe, Mückenlarven (womöglich noch lebend) sind da eh die richtigen Tipps.
            Auch immer Calcium anbieten!

            Noch etwas: Ich kenne ja deine Haltung nicht, aber wenn die kleinen jetzt (zusammen mit den Eltern) draussen sind u. keinen Unterschlupf haben (sprich Frühbeet, Gewächshaus, Folienabdeckung od. vergleichbares, das ganze evtl. auch beiheizbar - kommt halt auf das klima an u. wie gut du die Temp. halten kannst) ist es eigentlich klar, dass nichts gefressen wird, da musst du was ändern falls dem so ist; so was brauchen die Eltern übrigens auch.

            Ich weiss ja nicht um deine Kenntnisse, von daher entschuldige bitte, falls es sich für dich allzu sehr "belehrend" angehört hat, aber das ist jetzt das, was mir halt so auf Anhieb einfiel!

            Kommentar


            • #7
              Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

              Hallo,

              meine kleinen Rotwangen haben - nachdem der Dottersack eingesogen war - allesamt das Fressen angefangen. Eine zeitliche Vereinheitlichung ist mir dabei nicht möglich, aber etwa 2 Wochen nach dem Schlupf haben sie alle gefressen. Ich habe ein kleines Babybecken (54l) eingefahren, in dem sich eine Unmenge kleiner und mittlerer Schnecken vermehren, die gerne von den kleinen Schildkröten genommen werden (ich füttere zusätzlich Gammarus und ab und an auch Pellets!). Das Babybecken ist dicht bepflanzt, so dass sich die Schildkröten auch hier Grünzeug holen können, eben wie sie es selbst wollen und für nötig halten. Ich habe dabei aber beobachtet, das Grünzeug - wie zu erwarten war - nur gelegentlich geschnappt, Schnecken schon häufiger "erlegt", aber am Liebsten die Gammarus gefressen werden. Ich vermute ebenfalls, dass das Fressverhalten an der doch schon kühleren Witterung liegen könnte. Ich beobachte und lese in diesem Forum schon einige Zeit, das häufig diese Antiempfehlungen gegen das Fertigfutter kommen. Gibt es dazu irgendwelche Veröffentlichungen, Berichte, Untersuchungen? Ich bin weder Biologe, Chemiker oder ä., nur Halter, ich habe wohl mehr oder weniger viele Haltungsfehler mit meinen Tieren seit 1976 durchlaufen (Wer wußte damals schon Bescheid !!) und bemühe mich ständig, die Haltungsbedingungen zu verbessern. Zu den "Fehlern" gehört auch die Tatsache, dass meine Schildkröten in den ersten 10-15 Jahren wohl zu etwa 90% mit diesem Fertigfutter (Pellets von Sera und Gammarus, getrocknet) ernährt wurden, ab und an gab es Grünzeug, Hackfleisch. Ich muß zu meiner Schande gestehen, dass es auch heute wohl noch so ist, dass die Tiere zu etwa 50-70% von diesem Futter leben (Ich verwende allerdings nun zig verschiedene Fertigfuttersorten wg. der Abwechslung). Dazu zähle ich auch die getrockneten Gammarus, getrocknete Krebse und Fische usw. Darüberhinaus erhalten die großen Schildkröten 1-2x wöchentlich Grünzeug (Hornkraut, Löwenzahn usw.) und alle 10 Tage eine ganze Forelle. Im Becken befinden sich noch Fische, die aber NICHT gejagd werden!Wie gesagt, meine beiden alten Tiere wurden in den ersten 10-15 Jahren fast ausschließlich mit Pellets und Gammarus ernährt. Sie sind jetzt 28 Jahre, so schlecht kann das Fertigfutter doch nicht sein? Es ist nach meinen Erfahrungen alles eine Frage der Menge. Wenn ich jeden Tag kiloweise Futter ins Becken gebe, muß ich mich nicht wundern, wenn die Tiere zu dick und damit krank werden. Ach ja, wir haben einen Garten und wenn da mal ein Regenwurm auftaucht, oder anderes Getier, wird es gefüttert, aber wie gesagt, das ist NICHT die Hauptnahrungsmenge! Die ersten 15 Jahre gab es auch keine Freilandhaltung! In der Fachliteratur wird immer auf die hohen Proteinwerte und den Fettanteil des Futters hingewiesen, allerdings ist da einige Literatur doch schon ein paar Jährchen älter. Warum reagieren Futterhersteller nicht auf diese Kritik der Halter? Unser Hund bekommt auch sein Hundefutter und muß nicht in den Wald Hasen jagen gehen. Weshalb ist es nicht möglich, ein hochweriges und gesundes Futter für den Wasserschildkrötenhalter bereit zu stellen? Ich verstehe einfach manchmal diese Diskussion nicht so richtig, obwohl ich zum Thema Ernährung auch viel gelesen habe (Schildkrötenpudding ist mir kein Fremdwort ;-) - auch wenn GerhardW den nicht empfiehlt :-) ).

              Gruß
              Holger

              PS: Sorry, wegen dieses langen "Vortrages", aber das Thema Futter beschäftigt mich immer wieder.

              Kommentar


              • #8
                Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

                Hi!

                Tja, dass Fertigfutter eigentlich nicht gefüttert werden soll, hängt damit zusammen, dass es und hier speziell für adulte Trachemys scripta ssp. viel zu proteinreich ist, da diese sich im Alter (fast) gänzlich pflanzlich ernähren.

                Ich füttere mittlerweile AUSSCHLIESSLICH pflanzlich, das hat u. a. folgende Gründe:

                In den Teich fällt sicher einiges an Insekten;
                wenn ich nicht sehe, dass sie so etwas frisst ists gut, wenn ich so etwas sehe, fische ich es eben heraus.

                Unsere adulten Schmuckschildkröten müssen ja viel weniger Energie für die Nahrungsaufnahme aufbringen, als ihre "wilden" Artgenossen, von daher sind die Nieren unserer Tiere meist sowieso ziehmlich gefordert bzw. sogar überfordert, daher ist es gut, gerade in Gefangenschaft pflanzlich (und damit "entschlackend") zu füttern.

                Meine Höckerschildkröte z. B. würde sich von Natur aus zu einem grossen Prozentsatz tierisch ernähren, aber aus den genannten Gründen erhält sie bei mir mind. 50% pflanzliche Kost.

                Wenn ich für meine LSK Wildkräuter von der benachbarten Magerwiese sowie aus dem eigenen Garten sammle, so erhalten diese auch die WSK, daneben aber auch Wasserpflanzen.

                Meine Trachemys scripta troostii habe ich anfangs auch noch gut zur Hälfte (z. T. sogar mehr) tierisch ernährt.

                Das, zusammen mit der damaligen s..schlechten Haltung, führte zu dem Ergebnis, dass sie (neben vielen, zum Glück "gut" ausgestandenen Krankheiten) zum jetzigen Zeitpunkt, d. h. mit noch nicht einmal 2 Jahren (als Schlüpfling im Dezember 2002 erworben) bereits "voll"
                ausgewachsen (dass sie schon noch ein wenig wächst ist klar) und geschlechtsreif ist!

                Von daher würde ich dir empfehlen, dass du die Ernährung deiner Schmuckschildkröten schnellstmöglich umstellst (auch wenn sie sich schon scheinbar so lange bewährt hat) und bei deinen Schlüpflingen diesen Fehler von vorn herein erst gar nicht machst!
                Dass sich diese in der 1. Zeit tierisch ernähren ist mir schon klar, aber mit der "Umstellung" bitte nicht zu lange warten.

                Bei den Adulten kanns da schon schwieriger sein und auch ich habe mir da lange Gedanken gemacht, ob jetzt langsame und schrittweise Umstellung od. "radikale" Umstellung, sprich totale Umstellung in einer Aktivitätsphase; gemacht habe ich Zweiteres, da ich mir gedacht habe, lieber einmal, als ich belaste die Nieren noch eine lange Zeit, wenn ich immer noch - zwar immer weniger, aber halt doch noch - tierisch zufüttere.

                Keine Angst, freiwillig verhungert kein Tier! Meine hat lange nichts gefressen, dann aber doch ein wenig, sodass sie halt grade was im Magen hat, und jetzt ist pflanzliche Kost eigentlich +/- akzeptiert, lediglich die Palette muss ich noch steigern, da können sie dann auch wieder recht "stur" sein;

                daher Jungtieren von Anfang an viel und verschiedene Pflanzenkost reichen, dass sie sich daran gewöhnen und schon mal daran herumkauen konnen und so allmählich Geschmack daran finden, auch wenns vielleicht noch nicht zu grossen Teil gefressen wird.

                Das mit der radikalen Umstellung muss halt individuell und von Tier zu Tier entschieden werden, denn ein an sich schon geschwächtes Tier verkraftet so etwas vielleich ganz und gar nicht, sodass es schon besser ist, sie schrittweise umzugewöhnen...

                Es ist schon klar, dass ein paar Pellets alle paar Zeiten wohl keine Schildkröte umbringen, aber warum füttern, wenns nicht umbedingt sein muss? Es gibt doch so viel schönes u. v. a. für die Tiere wesentlich gesünderes Grünzeug, das zudem nichts kostet!

                Bitte versteh mich jetzt echt nicht falsch (ich bin erst Schildkrötenhalter seit 2002 und finde es echt bewundernswert, dass du deine Tiere schon 28 Jahre pflegst und du auch Abgabetiere aufgenommen hast), aber:
                überleben ist halt nicht gleich leben. Ich will dich hier aber, wie schon gesagt, keinesfalls irgendwie rügen, da du sicher mehr Erfahrung hast als ich und ich es ehrlich gesagt nicht weiss (aber bewundernswert finde) wie meine Tiere es bis jetzt ÜBERlebt haben (habe ja bekanntlich recht viel Sch..... gebaut).

                Tja, der Eine lebt gesund und stirbt aber trotzdem früher an Lungenkrebs als z. B. der Kettenraucher, der eigentlich nie krank war. Wohl eine der wenigen Ausnahmen.
                Im Allgemeinen aber bekannt, dass ungesund und Raucher früher an Lungenkrebs sterben - muss jeder selbst wissen, aber für deine Schildkröten bist DU verantwortlich, wenn du verstehst worauf ich hinaus will...






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                • #9
                  Re: Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

                  Hallo Holger,

                  > Ich beobachte und lese in diesem Forum schon einige Zeit, das häufig diese Antiempfehlungen gegen das Fertigfutter kommen. Gibt es dazu irgendwelche Veröffentlichungen, Berichte, Untersuchungen?

                  Es gibt eine Untersuchung, und zwar die Doktorarbeit von Carolin Dennert. Leider gibt's im Internet nur die Zusammenfassung: http://library.vetmed.fu-berlin.de/diss-abstracts/99815.html und die gedruckte Version ist nicht ganz einfach zu bekommen. Dennoch ist das sehr lohnend, wenn Du Dich ausführlich mit dem Thema befassen möchtest. In späteren Publikationen hat die Autorin sich mehr mit den Landschildkröten befasst, aber in dieser Arbeit geht sie auch ausführlich auf die Rotwangen-Schmuckschildkröten ein. Ein Ergebnis ist, dass getrocknete Gammarus schon mal günstiger sind als die untersuchten Pellets.

                  Eine weitere empfehlenswerte Lektüre (allerdings nicht zum Thema Fertigfutter...) ist das Buch von GIBBONS, J.W.: Life History and Ecology of the Slider Turtle, Washington 1990, Nachdruck 2001. Gibt's für etwas über 60 Euro. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle Trachemys-Halter sein. Es enthält sehr genaue Untersuchungen zur Nahrungsaufnahme und zum Wachstum in der Natur.

                  > Meine beiden ältesten Schildkröten sind jetzt 28 Jahre, so schlecht kann das Fertigfutter doch nicht sein?

                  Dass Deine Schildkröten noch leben, reicht alleine nicht ganz für die Beurteilung. Wie sind ihre Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte und wie die Geschlechtshormone, wie ist ihr Immunstatus, wie ist die Kochenstruktur, die Darmflora und so weiter...

                  > In der Fachliteratur wird immer auf die hohen Proteinwerte und den Fettanteil des Futters hingewiesen, allerdings ist da einige Literatur doch schon ein paar Jährchen älter.

                  Na so sehr alt ist die Arbeit von Frau Dennert nun auch wieder nicht!

                  Ich war erst im vergangenen Jahr bei einer Diskussion mehrerer Schildkröten-Tierärzte dabei. Eine ganze Zeit lang ging es darum, dass Nierenerkrankungen gerade bei Wasserschildkröten erstaunlich häufig sind (man kann bei ihnen ja nicht annehmen, dass sie zu wenig trinken...). Über die Ursachen wurde eifrig spekuliert. Ich habe mitgenommen, dass der zu hohe Proteinanteil und der zu geringe Ballaststoffanteil bei der Fütterung sicher eine Rolle spielt. Als weitere Ursache wurde über Stress spekuliert (ungünstige Gruppenzusammensetzung, Zusammenhalten verschiedener Arten, zu kleine Becken und so weiter). Leider war nicht angedacht worden, diese Themen statistisch zu untersuchen (das ist wirklich extrem aufwändig, wie Du auch in der Arbeit von Carolin Dennert erkennen kannst). Aber ich hoffe, dass so eine Untersuchung doch irgendwann (möglichst bald) durchgeführt wird und dass die Ergebnisse dann auch leichter zugänglich sind!

                  > Warum reagieren Futterhersteller nicht auf diese Kritik der Halter?

                  Da bin ich auch überfragt! Ich bin ja nun wirklich nicht die einzige, die versucht hat, Kontakt mit den größeren Futtermittelherstellern aufzunehmen. Probier's Du doch auch mal, vielleicht bekommst Du ja zumindest eine Antwort!

                  Viele Grüße Beate

                  Kommentar


                  • #10
                    Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

                    Hallo Beate,

                    Danke für die Info, die Zusammenfassung gibts übrigens auch in deutsch :-)

                    Konnte durch eine entsprechende Recherche in Erfahrung bringen, dass die konplette Arbeit in der Unibibliothek Leipzig leihbar ist. Falls jemand hier Verbindungen und Möglichkeiten hat, bitte melden ;-). Sonst werde ich es hier über die Uni Erlangen mal versuchen.

                    >Dass Deine Schildkröten noch leben, reicht alleine nicht ganz für die Beurteilung. Wie sind ihre Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte und wie die Geschlechtshormone, wie ist ihr Immunstatus, wie ist die Kochenstruktur, die Darmflora und so weiter... <

                    Hey, diese Werte kenne ich nicht mal von mir persönlich ;-), spaß beiseite, ich bin Halter, nicht Wissenschaftler, ich glaube du hast schon verstanden, was ich mit meiner platten Aussage ausdrücken wollte (jedenfalls angesichts der Schätzungen der Lebenserwartung in Gefangenschaft). Die Tiere sind lebhaft, fressen gut, sind aufgeweckt und aktiv. Aber bei Gelegenheit werde ich diese Werte mal testen lassen, wenns denn kein Vermögen kostet. Wäre ja auch eine Erkenntnis zur Fütterung von Fertigfutter.

                    Danke für die Buchempfehlung, ist aber leider nicht mal mehr bei Amazon zu bekommen. Aber ich bleib da dran, sauge nämlich alles an Literatur wie ein Schwamm auf :-))))

                    > Na so sehr alt ist die Arbeit von Frau Dennert nun auch wieder nicht! <

                    Da hast du recht, aber mein erstes Büchlein, Rogner/Philippen, Unsere Schmuckschildkröte, ist von 1989! W.P. Mara schreibt in seinem Buch, Wasser- und Landschildkröten, 1998 auf Seite 39 zum kommerziellen Fertigfutter sinngemäß, das die Qualität FRÜHER nicht so toll war, weswegen viele sich mit dem Schildkrötenpudding behalfen, heute aber dieses Futter erheblich verbessert wurde und alles enthält, was eine Schildkröte zum Leben braucht. Er stellt aber ein paar Zeilen später klar, das gegen eine kombinierte Ernährungsform (Fertigfutter, Fische, Gammarus usw.) nichts einzuwenden sei. Auch A. S. Hennig schreibt zur Fütterung (ich weiss, dass du ihn schätzt ;-) in seinem Büchlein, Die Gelbwangenschmuckschildkröte, das man abwechslungsreich (klar!) füttern soll und nicht AUSSCHLIEßLICH Futtersticks, D.h. für mich aber, das ich Futtersticks schon dazu geben kann (ich kombiniere hier noch verschiedene Arten und Hersteller). Jordan Patterson beschreibt sogar einen "Versuch" in seinem Buch Rotwangenschmuckschildkröten, bei dem er eine Trachemys scripta scripta (Wildfang) (was die in diesem Büchlein verloren hat :-) )an Futtersticks gewöhnte. Ich könnte noch ein paar Beispiele nennen. Ich denke mal, die Ablehnung kommt daher, dass die Bequemlichkeit der Halter schnell dazu verleitet, fast nur noch die Pellets zu füttern, dann lieber ganz abraten, als eine solch einseitige Ernährung zu verursachen.

                    > Ich habe mitgenommen, dass der zu hohe Proteinanteil und der zu geringe Ballaststoffanteil bei der Fütterung sicher eine Rolle spielt. <

                    Ja, so äußert sich Meyer auch in seinem Buch Schildkrötenernährung, er gibt dort auf Seite 41 (nach Dennert, 1997, aaahhh, das ist wohl die Arbeit, von C. Dennert, die du empfohlen hast !) an, das Fleischfresser zwischen 25-60 % Proteine und 30-60% Fette, Pflanzenfresser etwa 8-25% Proteine und <10% Fette erhalten sollten. Wenn ich jetzt bei den omnivoren Trachemys s. e., die ja im Alter bis zu 90% pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, diese Zahlen relativiere und dann die Werte der reinen Pflanzenfresser einfach leicht erhöhe und das dann mit den Angaben der Hersteller (ja, die müßen nicht stimmen) vergleiche, weicht die Zusammensetzung der Futtersticks z.B. von Sera nicht so eklatant von diesen Empfehlungen ab (Protein 39%, Fett 6%), allerdings sieht es mit Balllaststoffen dabei wirklich schlecht aus, lediglich 4,1% Rohfaser. Deswegen aber eine Mischung mit Krebstieren, Gammarus und Grünfutter. Der Ballaststoffgehalt wäre aber echt noch verbesserungswürdig.

                    Nochmals Danke für die super Empfehlungen.

                    Gruß
                    Holger

                    Kommentar


                    • #11
                      Re: Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

                      Hallo Holger,

                      > ich glaube du hast schon verstanden, was ich mit meiner platten Aussage ausdrücken wollte

                      Du schon - bloß mir hängen die Argumente anderer Schildkrötenhalter einfach zum Hals raus, wenn sie meinen, dass es ihrer Landschildkröte "Erna" im Garten gut geht und dass ihr der Zwieback in Milch richtig gut tut, weil sie immer schon da sitzt, wenn Herrchen/Frauchen mit der Schüssel kommt. In Wirklichkeit hat "Erna" zwar noch nicht "den Löffel abgegeben", aber wenn man ihre gichtig verdickten Gelenke anschaut, kann man verstehen, dass sie sich vor Schmerzen nicht mehr vom Futterplatz fortbewegen kann. Vergleichbare Geschichten gibt's auch für Wasserschildkröten. Nun ist Dir klar, warum ich "Gesundheit" bei diesen Geschichten genauer definiere, gell?

                      > Aber bei Gelegenheit werde ich diese Werte mal testen lassen, wenns denn kein Vermögen kostet. Wäre ja auch eine Erkenntnis zur Fütterung von Fertigfutter.

                      Zumindest der Test der Leber- und Nierenwerte kostet wirklich kein Vermögen. Lass' ausserdem gleich den frischen Kot aus dem Transportgefäß auf Flagellaten und andere Einzeller untersuchen. Die sind bei ballaststoffarmer Ernährung auch bei Wasserschildkröten gar nicht so selten.

                      > Danke für die Buchempfehlung, ist aber leider nicht mal mehr bei Amazon zu bekommen.

                      Schau mal bei www.chimaira.de - die liefern schnell. Viel Spass beim Lesen!

                      > W.P. Mara schreibt in seinem Buch, Wasser- und Landschildkröten, 1998 auf Seite 39 zum kommerziellen Fertigfutter sinngemäß, das die Qualität FRÜHER nicht so toll war,

                      Er meint aber den amerikanischen Markt. Bei dem Buch handelt es sich um eine Übersetzung. Bei uns im deutschsprachigen Raum ist das angebotene Fertigfutter etwas anders zusammengesetzt als in den USA - sogar "Reptomin", obwohl es vom gleichen Hersteller ist.

                      > Auch A. S. Hennig schreibt zur Fütterung ... nicht AUSSCHLIEßLICH Futtersticks, D.h. für mich aber, das ich Futtersticks schon dazu geben kann (ich kombiniere hier noch verschiedene Arten und Hersteller).

                      Du gibst aber, wenn ich Dich richtig verstanden habe, etwa ein Drittel Sticks, ein Drittel Eiweissfutter und insgesamt nur ein Drittel Pflanzen?

                      > Ich denke mal, die Ablehnung kommt daher, dass die Bequemlichkeit der Halter schnell dazu verleitet, fast nur noch die Pellets zu füttern, dann lieber ganz abraten, als eine solch einseitige Ernährung zu verursachen.

                      Genau so! Lies Dir mal die vielen Fragen zum Thema Fütterung hier im Forum durch... Außerdem werden Pellets durch längeres Lagern nicht besser, und erfahrungsgemäß kaufen Schildkrötenhalter viel zu große Mengen.

                      > Pflanzenfresser etwa 8-25% Proteine und <10% Fette erhalten sollten. ... und dann die Werte der reinen Pflanzenfresser einfach leicht erhöhe...

                      Halt! Warum denn den oberen Wert noch erhöhen? In der eigentlichen Arbeit von Dennert geht's um "überwiegend Pflanzenfresser" - also müsste Trachemys bei etwa 20% Proteinen schon ausreichend versorgt sein.

                      Man muss dazu sagen, dass das Buch von Meyer anscheinend unter extremem Zeitdruck fertiggestellt wurde, und dass sich dabei doch einige Ungenauigkeiten eingeschlichen haben. Ich möchte her keine Buchrezension schreiben - aber bitte interpretiere die Angaben in diesem Buch nicht zu weit.

                      > weicht die Zusammensetzung der Futtersticks z.B. von Sera nicht so eklatant von diesen Empfehlungen ab (Protein 39%, Fett 6%),

                      Doch, nach der Dennert-Arbeit ist der Proteingehalt dann schon um den Faktor 1,5 bis 2 zu hoch. Hoffentlich kannst Du sie bald mal bekommen! Von einer Unibibliothek zur anderen klappt die Fernleihe meist - es dauert bloß etwas länger.

                      Viele Grüße Beate

                      Kommentar


                      • #12
                        Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

                        Hallo Beate,

                        > Nun ist Dir klar, warum ich "Gesundheit" bei diesen Geschichten genauer definiere, gell? <

                        Nun, wer jahrelang die (oft immer gleichen) Fragen der User liest und geduldig beantwortet, der wird einfach (verständlicherweise) sensibler, und vorsichtiger, das vergesse ich einfach zu leicht. Man meint es gut und kämpft dann doch vergeblich gegen "Ernas" dicke Gelenke an, weil die eigene Vernunft und Logik des Halters versagt. Glaub mir, ich nehme jeden Tip gerne an, deswegen werde ich die Werte auch demnächst testen lassen, nur weil Gertrud schon 28 ist, wird sie von mir nicht abgeschrieben :-) . Ich hänge an den Tieren, kein Wunder nach 28 Jahren Lebensbegleitung und ich würde mich freuen, wenn Getrud auch die 40 packt (zudem gibts ja ein paar jüngere Gruppenmitglieder, die auch von jeder Verbesserung profitieren).

                        Arrg, natürlich, chimaira, habe selbst schon das Buch Schildkrötenkrankheiten von Sassenburg dort geordert - war auch nirgends anders mehr zu bekommen. Bestellung ging schon raus :-)))

                        > Er meint aber den amerikanischen Markt. <

                        Wie soll man das als Halter wissen. Ist ja echt unglaublich, dass das Futter für den amerikanischen Markt anders zusammengesetz wird (und wohl auch für die Schildkröten besser), als hier. Das ist doch völlig sinnlos!

                        > Du gibst aber, wenn ich Dich richtig verstanden habe, etwa ein Drittel Sticks, ein Drittel Eiweissfutter und insgesamt nur ein Drittel Pflanzen? >

                        Tja, das kommt wohl hin und wenn ich mir das recht überlege, ist der pflanzliche Anteil schon etwas (o.k. sehr) niedrig.
                        Ich füttere 5x in der Woche - 1x täglich. Es gibt dabei sicher an 3 Tagen eine Mischung aus Pellets/Sticks mit Gammarus und getrockneten Krebsen/Fischen im Verhältnis von etwa 50/50, wobei ich beim Fertigfutter zwischen Sera-Sticks, Zoomedkügelchen und JBL-Agil, Reptomin in jedem Fall variiere. Dazu gibts alles, was so im Gartenteich/Keller zu fangen ist (und zwar täglich ohne Ausnahme - z.B. mal Regenwürmer, Schnecken, ne Grille usw.) Es gibt sicher 1x wöchentlich einen Grünen Tag mit Wasserpest, Wasserlinsen, Hornkraut, Löwenzahn, Wegerich. Und wenn von einem befreundeten Teichbesitzer was kommt, dann auch mehr! Am 5 Tag, je nach Vorrat/Fund, Grün und/oder Fertigfutter. 2x im Monat gibt es eine ganze Forelle und ab und an rote Mückenlarven, aber das nur als Leckerli, denn von den Mückenlarven bekomme ich 5 ausgewachsene Trachemys nicht satt. Die Menge wähle ich so, das in wenigen Minuten alles weg ist. Ich habe früher einen neben dem Grüntag mit Wasserpflanzen und Löwenzahn noch einen Salattag gehabt, aber nachdem ich gelesen habe, das das nichts bringt, wieder gestrichen. Meyer schreibt aber, das z.B. Eissalat gar nicht so schlecht wäre. Ist das eine Alternative, um den Pflanzenanteil zu erhöhen. Mein Pflanzbecken mit Hornkraut, Wasserpest gibt einfach nicht mehr her, als eine bis 1 1/2 Rationen in der Woche (und da muß ich immer wieder zukaufen), selbst wenn ich Löwenzahn und Wegerich dazugebe.

                        > Halt! Warum denn den oberen Wert noch erhöhen? In der eigentlichen Arbeit von Dennert geht's um "überwiegend Pflanzenfresser" - also müsste Trachemys bei etwa 20% Proteinen schon ausreichend versorgt sein. <

                        Weil Meyer das nicht so angibt, wie du es jetzt erklärst, ich also davon ausging, das meine Trachemys vom Wert her leicht über den reinen Pflanzenfressern liegen sollten und 39% noch im unteren Bereich bei den Fleischfressern liegt. Ich gebe aber nie ausschließlich Sticks, sondern immer mit Gammarus, getrockneten Krebsen/Fischen bzw. sogar mal Grünes gemischt (Verhältnis etwa 50/50), dann müßte doch das prozentuale Verhältnis der Proteine auf die Gesamtfutttermenge für meine Tiere günstiger sein, als diese 39%, oder mache ich hier einen Denkfehler?

                        > Man muss dazu sagen, dass das Buch von Meyer anscheinend unter extremem Zeitdruck fertiggestellt wurde, und dass sich dabei doch einige Ungenauigkeiten eingeschlichen haben. Ich möchte her keine Buchrezension schreiben - aber bitte interpretiere die Angaben in diesem Buch nicht zu weit. <

                        Schade, also nicht uneingeschränkt bzw. mit Vorsicht zu empfehlen. Ich fand das Buch echt Klasse, es erklärt so viele Dinge und das auch so, dass man (ich) doch einiges auch verstehen konnte.

                        > Hoffentlich kannst Du sie bald mal bekommen! <

                        Werde mich noch in dieser Woche bemühen. Bin schon gespannt.

                        Danke für die Hilfe und die neuen Erkenntnisse.

                        Gruß
                        Holger


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                        • #13
                          Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

                          Hi!

                          "Meyer schreibt aber, das z.B. Eissalat gar nicht so schlecht wäre. Ist das eine Alternative, um den Pflanzenanteil zu erhöhen?"

                          Wenn er z. B. aus dem eigenen Garten stammt oder aus einem Garten eines z. B. Freundes und "biologisch" angebaut wurde, so ist Eisbergsalat eine sehr gute Möglichkeit, um die Palette an Grünzeug noch zu steigern.
                          Ich habe ausserdem die Erfahrung gemacht, dass sich eigentlich herbivore Wasserschildkröten, die zuvor eben grossteils mit Sticks, Gammarus, Fisch etc. ernährt wurden, sich auf diese Weise am Leichtesten umstellen lassen.
                          Wenn dann pflanzliches Futter +/- akzeptiert ist, kann Salat durch diverse Wiesenkräuter und Wasserpflanzen allmählich "ersetzt" bzw. ergänzt werden.
                          Obwohl ich die Fütterung von Salaten aufgrund des zu hohen Proteingehaltes bei Landschildkröten strikt ablehne bzw. nur wenn es nicht anders geht (es geht aber so gut wie immer "anders"), finde ich, dass Wasserschildkröten solchen (so aus garantiert "biologischem" Anbau, sprich aus dem z. B. eigenen Garten) durchaus dann und wann erhalten dürfen, da Salat ja immer noch weniger proteinhaltig ist, als z. B. Sticks.

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                          • #14
                            Re: Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

                            Hallo Holger,

                            > Nun, wer jahrelang die (oft immer gleichen) Fragen der User liest und geduldig beantwortet,

                            Oh danke, dass Du mal wieder darauf hinweist. Ich will ja niemand unterstellen, dass er die Tiere schlecht halten will, aber leider sieht man an vielen Fragen eben doch, dass sich manche guten Informationen zu langsam verbreiten. Daher wird der Ton bei uns "alten Forenhasen" manchmal etwas deutlicher als es dieser einen Frage angemessen ist. Außerdem achte ich darauf, wie viele Beiträge kommen und wie oft der Thread gelesen wird - und ich hoffe, dass einige Leute zuerst lesen und dann selber fragen. Die haben dann schon mal eine Info, die so gut wie möglich umissverständlich formuliert ist. Du weisst ja auch, dass man lieber das liest, was zur eigenen Weltanschauung passt, und es muss schon auffallen, wenn's nicht so ist.

                            > ich würde mich freuen, wenn Getrud auch die 40 packt

                            Na das hoffen wir doch alle!

                            >> Er meint aber den amerikanischen Markt. <

                            > Wie soll man das als Halter wissen. Ist ja echt unglaublich, dass das Futter für den amerikanischen Markt anders zusammengesetz wird (und wohl auch für die Schildkröten besser), als hier. Das ist doch völlig sinnlos!

                            Eben deshalb habe ich ja auch versucht, mit den Herstellern in Kontakt zu kommen. Aber bisher haben die (alle) sich hartnäckig ausgeschwiegen. Vielleicht hast Du wirklich mehr Glück!

                            > wenn ich mir das recht überlege, ist der pflanzliche Anteil schon etwas (o.k. sehr) niedrig.

                            Na, dann warte mal bis Du das Gibbons-Buch hast. Du wirst staunen, wie wenig "wenig" tierische Nahrung ist!

                            > Gammarus und getrockneten Krebsen

                            Die haben recht viel Ballststoffe und enthalten auch viel Kalk, dagegen habe ich nichts.

                            > Fischen

                            Da sieht es leider anders aus. Es handelt sich bei den Fischen um Stinte, die vor dem Ablaichen gefangen werden. Sie werden von den Schildkröten gerne gefressen, sind aber sehr fett und proteinreich - mehr als andere Fischarten. Ich kenne den Unterschied in der Zusammensetzung der europäischen Stinte und der amerikanischen Art nicht ganz genau, aber ich nehme an, dass sie nicht allzu unterschiedlich sind. Schau Dir mal die Nährwertangaben für "Smelt" hier an: http://www.nal.usda.gov/fnic/foodcomp/search/


                            > Meyer schreibt aber, das z.B. Eissalat gar nicht so schlecht wäre. Ist das eine Alternative, um den Pflanzenanteil zu erhöhen.

                            Nein. Besser wäre Romanasalat. Auch diese beiden Salatsorten kannst Du mit Hilfe der USDA-Datenbank vergleichen (s. oben), suche nach "romaine lettuce" bzw. "iceberg lettuce". Viel Spass beim Puzzeln... Du wirst dann übrigens selber rausfinden, warum ich Eisbergsalat als "Wasser mit Haut" bezeichne. Ach ja, wenn Du Romanasalat fütterst, nimm nicht die Salatherzen aus dem Supermarkt, denn die sind wohl ziemlich belastet. Im türkischen Lebensmittelgeschäft gibt es den Romama aus dem Freiland praktisch ganzjährig, und günstiger ist er auch. Füttere die harten Außenblätter und probier' mal die etwas zarteren inneren im Salat. Ich mag diese Sorte besonders. Ebenfalls ganz gut ist "Rapa" (ein Kreuzblütler) von dort. Er schmeckt scharf, wird aber oft gerne genommen.

                            Viel Spass beim Grünzeug-Probieren und viele Grüße
                            Beate

                            P.S. Wir Fachmoderatoren wurden gebeten, auch unter dieser Kennung Beiträge zu schreiben, damit man sieht, dass wir uns aktiv beteiligen. Es steckt aber bei diesem Beitrag immer noch die gleiche Diskussionspartnerin dahinter.

                            [[ggg]Editiert von Fachmoderator am 12-10-2004 um 16:33 GMT[/ggg]]

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                            • #15
                              Re: Re: Ernährung bei Gelbwangenschmuckschildkröten-Babys

                              Hi kakteenmann,

                              > Eissalat

                              Dir als botanisch Interessiertem wird es aufgefallen sein: "Eisbergsalat" ist nicht "Eissalat". Bei Meyer ist jedoch deutlich "Eisbergsalat" abgebildet, daher das Stichwort für Holger, und daher gehst auch Du auf den Eisbergsalat ein. "Eissalat", also die Endivien-Variante, ist wirklich günstiger in der Zusammensetzung. Leider werden zumindest bei uns so hohe Preise dafür verlangt, dass ich befürchte, dass er intensiv gezüchtet wird und daher mehr Pestizide enthält.

                              Ach übrigens: Der oben empfohlene Romanasalat heisst in Österreich Kochsalat, und eine weitere übliche Bezeichnung ist Marol (griechisch: Maruli).

                              Ich habe bisher höchstens vage Hinweise auf den Einfluss von Boden (und Düngung) und Klima auf die Nährstoffgehalte von Pflanzen gefunden. Falls Du dazu was weisst oder finden kannst, bring's bitte mit hier ins Forum, okay?

                              > Obwohl ich die Fütterung von Salaten aufgrund des zu hohen Proteingehaltes bei Landschildkröten strikt ablehne...

                              Mir macht es mehr Sorgen, dass das Ca-/P-Verhältnis bei vielen Salaten ungünstig ist. Außerdem wirken manche Sorten bei Schildkröten abführend, und dann war's nichts mit dem "Kot mit einer Konsistenz wie bei Schafen", die ich immer anstrebe.

                              > da Salat ja immer noch weniger proteinhaltig ist, als z. B. Sticks.

                              Übrigens auch weniger als Löwenzahn. Schau mal in der genannten Datenbank nach "dandelion".

                              Auch Dir viel Spass beim Nährstoff-Puzzeln! Als ich mit Hilfe dieser Datenbank systematischer verschiedene Futterstoffe verglichen habe, kam ich aus dem Staunen nicht heraus.

                              Noch mehr zum Lesen? Bitte schön: http://nagonline.net/

                              Übrigens: Auch dafür ist das Englisch-Lexikon auf www.leo.org nützlich.

                              Viele Grüße
                              Beate

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