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Mantis religiosa

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  • #16
    Re: Re: Re: Mantis religiosa

    Ehrlich geasagt kümmert mich das Gesetz herzlich wenig solange ich das als moralisch koreckt emfinde^^ und was ist falsch daran eine seltene Tierart zu züchten um ihren Bestand ein wenig aufzufrischen fals das überhaut möglich ist..... [/quote]

    Ganz offensichtlich hast Du den Sinn des Schutzes nicht verstanden.
    In Deutschland gibt es nur wenige geeignete Biotope für Mantis religiosa religiosa, deshalb findest Du sie nicht in jeder Wiese. In einigen Fundorten ist sie noch zu finden, in anderen verschwunden. Kurz, sie ist in Deutschland selten und deshalb geschützt.

    Da es mehr als schwierig ist, Tiere unterschiedlicher Populationen auseinander zu halten, darf Mantis religiosa in Deutschland weder gehalten, noch gefangen,… werden, egal ob sie in anderen Ländern in jedem Busch sitzt, denn wer soll mit Sicherheit sagen können, dass es sich um Tiere aus dem Mittelmeerraum handelt und nicht um in Deutschland weggefangene Exemplare. Aus dem Grund ist das Verbot absolut korrekt.

    Selbst wenn die von Dir angesprochenen Ootheken aus einem Gebiet stammen, in dem Mantis religiosa wie Sand am Meer vorkommt, wird es nichts bringen, denn erstens sind diese erstmal in Diapause und falls Du sie vorzeitig zum Schlüpfen bringen solltest, müsstest Du sie in Gefangenschaft heranziehen. Blöderweise ist Mantis religiosa aber so was von aggressiv, dass Du sie ab dem Schlupf einzeln halten müsstest, um soviele wie möglich groß zu kriegen. Natürlich hast Du dabei bedacht, dass wir hier von Hunderten reden…

    Selbst wenn das geschafft werden sollte, wo willst Du sie denn aussetzen, hmmm? An den Orten, die geeignet sind und sie bereits vorhanden ist, wäre es total nutzlos.
    An anderen Stellen müssten die Bedingungen passen, aber Du erinnerst Dich, was ich oben geschrieben habe, es gibt nur wenige geeignete Biotope…

    Selbst wenn Du eines finden würdest, könntest Du damit erheblichen Schaden anrichten. Es gibt da eine Geschichte, die Dir evtl. klar macht, was ich meine:
    Vor einiger Zeit gab es ein Wiederansiedlungsprojekt für Astacus astacus (Edelkrebs) in einem sauberen Bach mit sauerstoffreichem Wasser, bis auf den geringen Kalkgehalt erschien das Gewässer als absolut geeignet. Also wurden Krebse aus einer Nachzucht besorgt und in diesen Bach eingesetzt. Ziel war erreicht, denn die Krebse haben sich super vermehrt. Das Problem an dem Ganzen war nur, dass es in diesem Gewässer zuvor niemals Edelkrebse gegeben hatte, dafür aber das sehr seltene Bachneunauge. Jetzt gibt es in diesem Bach zwar Edelkrebse, aber das Neunauge ist verschwunden… zum drüber Nachdenken!

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    • #17
      Re: Mantis religiosa

      Hi.

      Außerdem untergräbst Du damit alle populationsgenetischen Studien, die evtl. bei dieser Art anfallen sollten, und die über den Verwandtschaftsgrad europäischer Populationen Auskunft geben könnten. Ähnlicher Humbug wurde schon bei der Europäischen Sumpfschildkröte getrieben, einer ähnlich seltenen Art bei uns, mit dem Ergebnis, daß die nördliche Unterart entweder ganz verschwunden ist oder stark mit der mediterranen vermischt ist. Schildkrötenleut', die dies lesen, könnten da mehr zu sagen. Grundsätzlich sollte man von seltenen Arten die Finger lassen und ihre Ausbreitung fördern, indem man Habitate schafft - die Viecher machen den Rest schon selber, wie man gerade auch an M. religiosa sieht.

      Und übrigens: sich hier zu brüsten, wie egal einem unsere Gesetze sind, ist sicherlich ganz was Tolles und als Vorbildfunktion zu verstehen oder wie? Bescheuerte Gesetze (einige der hier relevanten sind es durchaus) sind nicht dazu da, übertreten, sondern geändert zu werden! Nur mal so, als Anregung.

      VG,
      Christian

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