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Tausendfüßer, Spinnen?

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  • Tausendfüßer, Spinnen?

    Hallo, an hoffentlich richtiger STelle bitte ich hier um kompetenten Rat.

    Meine Tochter hat ein für Kinder außergewöhnliches Interesse an Wirbellosen. Wenn sie in Kenya ist (ihre Oma lebt dort), pflegt sie dort ein riesiges Terrarium, in dem meist Millipedes (afrik. Riesentausendfüßer) sind (die im Garten gesammelt und später wieder freigelassen werden). Besonderes Interesse hat sie an Spinnen jeder Größe (in ihrem Zimmer haben sämtliche Hausspinnen Bleiberecht, sie beobachtet aber auch die Kreuzsspinnen oder Wespenspinnen im Garten).

    Die Möglichkeiten, richtig mit diesen Tieren zu leben, sind in unseren Breitengraden leider ziemlich beschränkt, und so kam ich auf den Gedanken, ihr ein Terrarium in ihrem Zimmer einzurichten.

    Es gibt bestimmt Leute in diesem Forum, die da schon Erfahrung haben. Ich weiß, dass z.B. Vogelspinnen für Kinder nicht geeignet sind. Millipedes könnte ich in Mengen aus Kenia mitbringen, aber dies wird nicht erlaubt sein. Kann mir jemand einfach mal grundsätzlich sagen, was ich bei Kindern und Wirbellosen zu beachten habe? Wie gesagt, ich denke an Spinne(n) oder Millipedes. Oder gäbe es etwas noch geeigneteres?

  • #2
    Re: Tausendfüßer, Spinnen?

    Hi!

    Sicherlich ist ein klassisches Beispiel die Haltung von Phasmiden in der Schule. Je nach Alter und Reife der Pfleger sind auch andere Wirbellose als Pfleglinge möglich, angefangen bei Schaben, Tausendfüßern, Käfern, Landeinsiedlerkrebsen und (Vogel)Spinnen bis zu Skorpionen denkbar. Unter den genannten Tieren gibt es etliche Arten, die recht geringe Ansprüche stellen (aber nicht anspruchslos sind!) und die nicht gefährlich sind.

    Vogelspinnen zum Beispiel sind recht gut geeignet, wenn mit dem Kind einige Regeln vorher besprochen werden und man sicher sein kann, das diese beachtet werden. Das Handling mit den Pfleglingen spielt da eine Rolle, aber auch das Bewußtmachen, das viele dieser Tiere recht alt werden können sollte meiner Meinung nach vermittelt werden.



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    • #3
      Re: Tausendfüßer, Spinnen?

      Vielen Dank, dies bestätigt mich erst einmal in meinem ERSTEN Gedanken, der Vogelspinne. Eine Frage bei einem Händler in Bayreuth ergab nämliche erst einmal ein kategorisches NEIN, Spinnen wären für Kinder nicht geeignet, da alle Arten in der einen oder anderen Weise giftig wären. Ich wunderte mich zwar, da es ja Kinder und Kinder gibt (und meine Tochter zählt zu der Gruppe, der man so etwas zutrauen kann). Außerdem finde ich andererseits Fotosessions mit Spinne, da geht das doch auch.

      Wo kann ich mich gut und umfassend informieren (welche Spinne, gibt es auch vegetarische große Spinnen, worauf achten, wie einrichten, wo kaufen)?

      Herzliche Grüße,
      Susanne

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      • #4
        Re: Tausendfüßer, Spinnen?

        Guten Morgen!

        Spinnen sind immer insektivor und/ oder carnivor. Einige Spinnentiere sind außerdem nekrophag, aber meines Wissens nach gibt es keine Spinnen(tiere), die phytophag sind, sondern maximal omniphag.

        Nicht alle Spinnen sind giftig, aber Vogelspinnen schon. Manche Arten verfügen über ein recht potentes Gift, welches aber bei einem gesunden Menschen nicht lebensbedrohlich sein sollte. Abgesehen davon ist die Wahrscheinlichkeit eines Bissunfalls recht gering, wenn man einige Sicherheitsregeln beachtet. Dazu gehört sicherlich, das Tier nicht direkt anzufassen oder zu reizen, sondern immer mit einer langen Pinzette zu arbeiten. Terrarien mit Falltürscheibe bieten einen guten Schutz gegen das Ausbrechen des Tieres.

        Hier ist mal ein Buchtip und hier ein Buch über Brachypelma smithi, eins über Grammostola rosea und eins über Avicularia versicolor. Aus anderen Verlagen und von anderen Autoren gibt auch nocht gute Literatur, aber oben genannte Bücher sind für den Einstieg optimal.

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        • #5
          Re: Tausendfüßer, Spinnen?

          Danke!!!
          Genau diese Hilfe habe ich gebraucht. Erst mal großen Dank!

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          • #6
            Re: Tausendfüßer, Spinnen?

            ALLE Spinnen, die in Frage kämen KÖNNEN einen schmerzhaften, wenngleich nicht unbedingt gefährlichen Giftbiss setzen.
            Bei vorsichtigem Umgang ist das zwar unwahrscheinlich, aber bei Kindern passiert da schon eher mal etwas -und sei es nur, in Folge einer kurzen Abgelenktheit.
            Und die Giftwirkung kann im Einzelfall bei Kindern eher problematisch werden, als bei einem Erwachsenen.
            Dazu kommt die Allergieproblematik bei Spinnen mit Haaren, die zur Abwehr abgebürstet werden können.
            Großwüchsige Tausendfüssler (giant millipedes) bekommt man in verschiedenen Arten problemlos. Die Haltung ist einfach und das Händeln weitgehend ungefährlich-wobei aber immerhin einschränkend die giftigen Wehrsekrete zu erwähnen sind. Disziplin beim Händewaschen und am Finger lutschen ist also vonnöten.
            Keinerlei Gefahr birgt dagegen die Haltung von Landeinsiedlerkrebsen. Hier ist dafür die Pflege (geringfügig)aufwändiger und man muss die vielwöchigen Abwesenheiten während der Häutungen akzeptieren und darf die Tiere keineswegs ausbuddeln.
            Auch unter den Phasmiden (walking sticks) findet sich so manche giftfreie und leicht zu haltende Art und wenn man Insektenfütterung akzeptiert, gilt ähnliches für Mantiden (praying mantises).
            Das nur als Anregung

            Gruß

            Ingo

            P.S.: Eingie Spinnen ernähren sich nach dem Schlupf teilweise oder ausschliesslich vegetarisch (Pollen). Herangewachsen werden aber alle zu obligaten Räubern.

            P.P.S.: Wie alt ist die Tochter denn?

            [[ggg]Editiert von Ingo am 27-09-2005 um 12:12 GMT[/ggg]]
            Kober? Ach der mit den Viechern!




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            • #7
              Re: Tausendfüßer, Spinnen?

              @Ingo:

              Wenn man Geißelspinnen und Walzenspinnen nicht als potentielle Kandidaten zählt, hast Du mit der Giftigkeit sicherlich Recht.

              Für eine Reaktion auf die Brennhaare einiger bombardierender Vogelspinnen muß man übrigens nicht zwangsläufig eine Allergie haben- allerdings kann man durch das Handling dieser allergenträchtigen Spinnen eine Allergie entwickeln.

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              • #8
                Re: Tausendfüßer, Spinnen?

                Du wirst ja nicht wirklich Walzenspinnen für jugendliche Einsteiger empfehlen...
                Ansonstne hast Du natürlich recht.

                Gruß

                Ingo
                Kober? Ach der mit den Viechern!




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                • #9
                  Re: Tausendfüßer, Spinnen?

                  Hallo,




                  Also ich glaub Afrika und speziell Kenia ist so ziemlich bekannt für besonders angriffslustige und giftige Insekten.Mit Tausendfüßern ist man da aber auf der sicheren Seite.Es sollten bloss nicht aus Versehen Hundertfüßer sein:-)




                  Gruß

                  Christian

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                  • #10
                    Re: Tausendfüßer, Spinnen?

                    Guten Morgen!

                    Also, meine Tochter - ich traue es mich gar nicht sagen - wird jetzt 9. Allerdings hat sie ein für Kinder unglaubliches Desinteresse an den kinderüblichen "süüüüüüüß"- Kuscheltieren (Katzen, Hunden, Kaninchen etc.), dafür ein ausgeprägtes Interesse an Wirbellosen. Deshalb möchte ich das ja - gerade WEIL ich das toll finde - fördern.

                    Wir kennen die Centipedes aus Kenya und auch ihre Folgen (meinen Vater hat's getroffen...). Die Millipedes - Giant African - die lokal den ulkigen Beinamen MOMBASA TRAIN haben, laufen nachts die Wände hoch und die Decke entlang. Den Umgang mit ihnen ist meine Tochter gewohnt, bzw. sie beschäftigt sich während des ganzen Aufenthalts mit der Beobachtung der Tiere und entwickelt aus dieser Beobachtung geeignete Unterkünfte in dem riesigen Terrarium, das ihr dort zur Verfügung steht (und das sie jedes Mal neu einrichtet und vor Abreise wieder leert). Dies nur mal zur Erklärung, dass auch eine 9-jährige ernsthaften Umgang mit Wirbellosen pflegen kann.

                    Ich bin sehr unentschlossen, ob eine Spinne oder Millipedes, doch ich habe Zeit und werde mich jetzt mal in die Spinnen einlesen und danach entscheiden. Kann mir noch jemand sagen, was Millipedes hier so kosten, und wo ich sie im Idealfall kaufe, denn ich glaube, es ist eher schwierig, sie von Kenia hierher zu transportieren ohne am Zoll riesen Probleme zu kriegen.

                    Gottesanbeterinnen hatte sie auch schon im Terrarium, aber die sind's nicht so... Die zeigten ihren Freiheitsdrang zu deutlich :-) da ließ sie sie frei.

                    Ich wollte noch anmerken, dass ich sehr überrascht war, auf einer Seite von der Giftigkeit der Giant African Millipedes zu lesen. Meine Tochter hat seit Jahren Hautkontakt mit ihnen, sie sammelt sie auch per Hand ein. Uns war gesagt worden, dass die Millipedes ungiftig seien, und sie hat bis heute keinerlei Reaktionen gezeigt.

                    Mit Spinnen müsste ich (als ehemalige Phobikerin) noch den Schritt zur Vogelspinne machen; dank meiner Tochter komme ich nun schon bis zur Größe einer Wespenspinne zurecht.

                    Also Spinne oder Millipedes...? Übrigens bin ich begeistert, weil ich durch die Diskussion nach meinem Erstbeitrag auf Dinge komme, die ich vorher nicht bedacht habe!

                    Gruß und DANKE,
                    Susanne

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                    • #11
                      Re: Tausendfüßer, Spinnen?

                      Große Tausendfüssler bekommt man am besten auf Terrarisitkbörsen. je nach Art, Anbieter und Größe zu Preisen ab 2 €.
                      Richtig große Exemplare großer Arten (zB Archispirostreptus) gibt es so ab 6-8 €.

                      Warum sind eigentlich die netten Landeinsiedler schon aus dem Rennen?
                      Und Landkrabben, zB Cardisoma vergass ich oben zu erwähnen.
                      Problem der Krebstierchen ist nur , dass alles Wildfänge sind, da die Zucht noch nicth wirklich gelungen ist.


                      Gruß

                      Ingo
                      Kober? Ach der mit den Viechern!




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                      • #12
                        Re: Re: Tausendfüßer, Spinnen?

                        Ingo schrieb:
                        Problem der Krebstierchen ist nur , dass alles Wildfänge sind, da die Zucht noch nicth wirklich gelungen ist.
                        komisch irgendwie-denn möglich ist es bestimmt.
                        Ich weiß beispielseise von jemandem der mehrmals Winkerkrabben in kleinen Stückzahlen aufgezogen hat.....vor längerer Zeit sogar........

                        2füßiger gruß

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                        • #13
                          Re: Tausendfüßer, Spinnen?

                          Ja, es sind sogar ein zwei Paper über die Zucht (Uca rapax?) veröffentlicht worden und es gibt auch Gerüchte, dass die Landeinsiedlerzucht schon gelungen ist.

                          Aber trotzdem sind ausschliesslich Wildfänge erhältlich.

                          Im Ernst, alles, was weniger weit entwickelt als Zoea schlüpft, ist mit heutiger Technik kaum realistisch in Privathand oder mit machbaren finanziellen Aufwand bedarfsdeckend züchtbar.

                          Gruß

                          Ingo
                          Kober? Ach der mit den Viechern!




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                          • #14
                            Re: Tausendfüßer, Spinnen?

                            Hallo Susanne,


                            Es gibt im Prinzip überhaupt kein Grund nicht einige dieser Riesen-Tausendfüßer zu halten.Manche behaupten grundsätzlich dass alle Insekten tödlich giftig sind aber das ist Unsinn .Wenn einer dieser Millipeden mal aus Angst(sehr selten) Pipi macht:-) und ein bisschen Blausäure abstößt(riecht ein bisschen streng und gibt nen kleinen Ausschlag) geht ja nicht gleich die Welt unter.Sie sind trotzdem sehr pflegeleicht und lassen sich im Gegensatz zu vielen Spinnenarten auf die Hand nehmen.Z.B.Wespenspinnen hatt ich jetzt noch nicht aber würd ich auch nicht unbedingt anfassen da sie ähnlich wie Kreuzspinnen klein sind aber nicht absolut ungiftig.
                            Wenn du ein paar Millipedes suchst kann ich dir ein paar Links zu Online-shops raussuchen denn Zoogeschäfte die sie verkaufen sind auch in meiner Gegend ziemlich selten.Ansonsten wären da auch noch insektenbörsen aber die sind auch nicht immer dann vorhanden wenn man sie braucht.

                            Ps. schau mal bei b.t.b.e vorbei!





                            Grüße


                            Chris

                            [[ggg]Editiert von Golem am 28-09-2005 um 12:56 GMT[/ggg]]

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                            • #15
                              Re: Tausendfüßer, Spinnen?

                              An Ingo:

                              Warum sind eigentlich die netten Landeinsiedler schon aus dem Rennen?

                              Hab mich noch gar nicht damit befasst... kommt noch!

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