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Kammspinnen - Cupidennius

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  • Kammspinnen - Cupidennius

    Hat zufällig irgendwer Erfahrung mit Haltung und Pflege der Kammspinne Cupidennius salei?
    Wie wird die Gefährlichkeit dieser Spinne eingestuft? Gemäss Internet-Recherche hat diese doch ein recht potentes Gift, auch
    wenn es nicht auf die gleiche Stufe wie
    die berüchtigte Kammspinne Phoneutria
    gestellt wird.

  • #2
    Re: Kammspinnen - Cupidennius

    Hallo Daniel,
    ich glaube Du meinst Cupiennius salei! Ich kenne die korrekte deutsche Bezeichnung auch nicht, habe sie aber als Riesenjagdspinne gekauft. Ich halte die Tiere einzeln in Spinnenterris 20 cm lang, 20 cm breit und 30 cm hoch. Wobei das wohl etwas groß ist, vermutlich reicht ihnen weniger, aber dann kann man das Jagdverhalten nicht so gut beobachten. Als Bodengrund habe ich eine 5 cm Schicht Terrarientorf, den ich immer schön feucht halte. Als Einrichtung habe ich Korkstücke am Boden flach gestapelt, worauf sie sich aufhalten, wenn sie nicht gerade an der Decke sitzen. Auf Äste und Pflanzen habe ich verzichtet, da diese in keinster Weise genutzt wurde, auch nicht als Versteck!
    Zur Giftigkeit kann ich Dir leider auch nichts sagen. Man sollte halt immer verantwortungsbewußt mit solchen Tieren umgehen und keine Späße damit treiben! Ich hatte schon so ziemlich alles in meinem Geschäft. Skorpione, Spinnen, Raubwanzen, Skolopender usw. und bin noch NIE gebissen worden. Nicht zuletzt aus Respekt vor allen Tieren, auch ungiftigen!
    Gruß
    Markus
    P.S. Habe erst letztens Nachwuchs bekommen, ca 200 Stück!

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    • #3
      Re: Kammspinnen - Cupiennius

      Hallo Daniel,

      es gibt da ein ganz interessantes Buch, dass sich primär mit C. salei beschäftigt:

      BARTH, F. G. (2001): Sinne und Verhalten: aus dem Leben einer Spinne. Springer Verlag Berlin, Heidelberg.

      Das Werk in seiner Gesamtheit ist sicher einmalig, denn es beinhaltet eine Zusammenfasung (insgesamt 424 Seiten!!) von über 30 Jahren praktischer Arbeit des Autors an seinem Studienobjekten: den Spinnen der Gattung Cupiennius und hier vor allem Cupiennius salei.
      In folgendem Artikel findest Du noch mehr Infos zum Buch vom BARTH:
      OSMANI, J. (2003): Buchvorstellung: Friedrich G. Barth: Sinne und Verhalten: aus dem Leben einer Spinne. DeArGe Mitteilungen 8(1): 20-21.

      IMHO ist das Buch sehr empfehlenswert, allerdings kein leichter Stoff und stellenweise muss man sich ganz schön durchkämpfen.


      Ein Kapitel des Buches beschäftig sich auch mit dem Gift. In einem Absatz mit der überschrift "Die Harmlosigkeit von Cupiennius" schreibt der Autor: "...Für den ängstlichen Leser sei vorweg gesagt, daß der Autor Bisse von C. salei, C. getazi, C. coccineus und C. panamensis blendend überstanden hat. Alle diese Bisse sind in Situationen entstanden, denen sich ein Biologe aus Neugierde und aus Interesse an seinem Versuchsobjekt furchtlos aussetzt, in denen sich jedoch ein - sagen wir - normaler Mensch kaum jemals finden wird: z. B. beim Spinnenfang im Dickicht eines nächtlichen tropischen Waldes. Dennoch kann der 'Erstbiß' spanndend sein. Ich entspinne mich noch genau. Es war in Costa Rica..." Dann schildert er recht "nett", wie seine Frau zum ersten mal von einem großen C. coccineus Weibchen gebissen wurde. Sein Fazit: "...und nach 30 Minuten war alles vorbei und das Ergebnis des Experimentes klar: harmlos! Einer gewissen Spannung entbehrte dieses Ereignis wegen der engen Verwandtschaft von Cupiennius zu Phoneutria dennoch nicht."
      Auf die Verwandtschaft der Gattungen innerhalb der Ctenidae (Kammspinnen) geht er in einem anderen Kapitel ein. Fazit: "...Vermutlich wird es einmal eine neue Familie entweder für Cupiennius oder für Phoneutria, Ancylometes und Ctenus geben, die auf jeden fall eine Gruppe bilden." (Die Begründung für dieses Fazit bitte selber nachlesen, ist zu lang zum Abtippen.)

      Er zitiert auch noch aus einem Brief von 1957 eines französischen Kollegens: "...Cupiennius salei ; c'est une espèce peu dangereuse pour l`homme et pour les mamifères, occasionant surtout des accidents locaux ; mais ce venin est très actif poru les batraciens... ."

      viele Grüße,
      Martin

      www.spiderpix.com
      www.dearge.de


      [Edited by Martin H. on 08-04-2003 at 17:27 GMT]

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      • #4
        Re: Kammspinnen - Cupidennius

        Danke Martin! Da bin ich ja beruhigt. Nein, so jedes Detail will ich ja gar nicht wissen. Im Internet findet sich ja einiges und Cupiennius ist ja anscheinend eine der best erforschten Spinnen überhaupt (Deshalb
        ja auch die vielen Zitate in Deinem erwähnten Buch)- die chem. Zusammensetzung des Giftes fand ich auch - nur über dessen Wikrung stand nichts im Bericht.

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