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Varianten Mantis religiosa

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  • Varianten Mantis religiosa

    Hallo,
    bei einem Aufenthalt in Jugoslawien vor zwei Jahren sind mir Unmengen von Gottesanbeterinnen (Mantis religiosa) aufgefallen. Nachdem ich einige Exemplare eingefangen hatte, bemerkte ich einen dunklen Fleck an der Innenseite eines jeden Fangbeins- Ich vermute der Fleck dient zur Abschreckung von Feinden bei entsprechender Drohhaltung. Bei ein paar Tieren befand sich ein etwas kleinerer, weißer Fleck innerhalb des dunklen.
    Handelt es sich hierbei um eine Variation der selben Art oder ist es ein geschlechtsbezogenes Merkmal? Ist einigen Haltern oder Züchtern dieser Art ähnliches aufgefallen?
    Und noch eine ganz andere Frage: Ist der Begriff Spiderling eigentlich "international" gebräuchlich oder handelt es sich um einen Spinnenhalter-"Slang"?

    Viele Grüße Erik

    [Edited by Erik Hagenah on 26-04-2003 at 12:45 GMT]

  • #2
    Re: Varianten Mantis religiosa

    Hallo Erik

    Diese Variation des Fleck´s wie Du beschreibst ,ist ganz normal und kommt bei allen mir bekannten Populationen vor.
    Auch bei der Unterart die ich in Thailand beobachten konnte waren diese Merkmale vorhanden.

    Gruß,
    Sören


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    • #3
      Re: Varianten Mantis religiosa

      Hallo,
      das hört sich ja interessant an. Gibt es wohl irgendwelche Daten über Häufigkeit und Verbreitung der Fleckvariationen? Vielleicht kennt man ja auch Übergangsformen. Dann hätte man eventuell einen weiteren Beleg für die Mikroevolution.

      MfG Erik

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      • #4
        Re: Varianten Mantis religiosa

        Hi @all!

        Ist es denn möglich, daß die "Zeichnung" der von Euch beobachteten Tiere einer Inzuchtlinie entstammt oder kommt Inzucht in der Natur nicht oder nur selten vor?

        Mir fiel bei diesem Thema nämlich als Vergleich die Farbvariation bei Ph. paradoxa ein, die bei Inzucht von Braun in Grün umschlagen kann, obwohl die Elterntiere braun waren.

        Kommentar


        • #5
          Re: Varianten Mantis religiosa

          Hier noch zwei Links:
          http://www.mantis-religiosa.de/ga_frisst_argiope_nah.htm

          http://www.mantis-religiosa.de/ga_paarung_nah.htm

          Tut mir leid, aber ich habe keine Ahnung wie so eine Verlinkung zustande gebracht wird. Deshalb Kopieren und in die Suchmaske einfügen oder die Homepage besuchen und die Bilder anklicken.
          Auf dem ersten Bild sieht man eine Gottesanbeterin mit der Schwarz-Weiß-Variante des Flecks am Oberarm, das zweite Bild zeigt die rein schwarze Form.

          @ Sören Materna:
          Wie groß ist das Verbreitungsgebiet außerhalb Deutschlands eigentlich?

          Mfg Erik

          Kommentar


          • #6
            Re: Varianten Mantis religiosa

            Wunder, es scheint doch zu funzen (tolles Wort)!

            :-))

            Kommentar


            • #7
              Re: Varianten Mantis religiosa

              Hallo

              Mantis relegiosa hat eine RIESIGES Verbreitungsgebiet. Sie kommt fast Weltweit vor und ist ein echter Kosmopolit.
              (Desswegen verstehe ich auch nicht warum sie unter Schutz steht)
              Ich glaube nicht das Inzucht für die Fleckenvariation verantworlich ist.Dafür kommt sie einfach zu oft vor. Mir ist aber aufgefallen das Männchen öfter einen rein schwarzen Fleck haben als Weibchen.

              Viele Grüße,
              Sören

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              • #8
                Re: Varianten Mantis religiosa

                Hallo,
                es ist schade, dass man keinerlei Informationen über diese mysteriöse Fleckformen findet. Ich kann deine Beobachtung bestätigen, von den mir beobachteten Exemplaren (etwa zwei Dutzend) wiesen die weiblichen Tiere häufiger den zweifarbigen Fleck auf als die Männchen.
                Vielleicht hat es ja was mit der Größe der Weibchen zu tun;
                Wenn man davon ausgeht, das der Fleck der Abschreckung von Feinden dient, so erweißt sich ein helles, dunkel umrandetes Scheinauge als einschüchternder als ein eher unauffälliges schwarzes. Andererseits ist ein heller bzw. weisser Punkt auf einer ansonsten grünen Oberfläche viel auffälliger. Da die weiblichen Tiere jedoch viel größer sind als die männlichen, haben sie von Natur aus weniger Feinde und können sich den Luxus eines zweifarbigen Auges leisten (wobei sich hier natürlich die Frage aufdrängt ob die Körpergröße im Falle einer Entdeckung nicht schon abschreckend genug wirken würde). Man müsste auch untersuchen, ob der zweifarbige Fleck sich erst später, ab einer bestimmten Körpergröße bildet.
                Da sind wieder Halter, Züchter und Beobachter gefragt. Also lasst euch nicht lumpen dazu etwas zu schreiben. Dieser Fleck wurmt mich nunmal ziemlich.

                Viele Grüße Erik

                Kommentar


                • #9
                  Re: Varianten Mantis religiosa

                  Hi!

                  Der Hken an der Sache ist ja der, daß M. religiosa geschützt ist und es nicht viele Züchter/ Halter geben dürfte, die eine Genehmigung zur Pflege und Zucht haben. Insofern sind die Informationen über o.g. Art eher rar.

                  Kommentar


                  • #10
                    Re: Varianten Mantis religiosa

                    Tja, da wird sich dann wohl nichts machen lassen. Wenigstens ein Zeichen, dass die Schutzmaßnahmen für diese Art zu greifen scheinen. Ich werde aber vielleicht einen Bekannten in Jugoslawien bitten ein paar Informationen zu sammeln.

                    Grüße Erik

                    Kommentar


                    • #11
                      Re: Re: Varianten Mantis religiosa

                      Hallo,
                      Die Variationen des Flecks kommen bei beiden Geschlechtern vor und selbst bei Tieren aus einer Oothek, allerdings ist anzumerken, dass mir nichts darüber bekannt ist, ob Ausgangstiere mit rein-schwarzen Flecken auch Nachkommen mit schwarz-weißen Flecken zeugen oder umgekehrt, sprich um welche Art des Erbgangs es sich dabei handelt. Freilandbeobachtungen in Südfrankreich bestätigen aber, dass ebenfalls Tiere einer Gegend unterschiedliche Musterung aufweisen und es scheint sich somit nicht um etwas Populationspezifisches zu handeln.

                      Der Schutzstatus in Deutschland und Österreich macht deshalb einen Sinn, weil diese Art hier auf einige, wenige Gebiete beschränkt vorkommt, wie gesagt, im deutschsprachigen Raum, ansonsten sind die Tierchen vielerorts durchaus häufig.

                      Viele Grüße und noch einen schönen Abend

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                      • #12
                        Re: Re: Varianten Mantis religiosa

                        Erik Hagenah wrote:
                        Hallo,
                        es ist schade, dass man keinerlei Informationen über diese mysteriöse Fleckformen findet. Ich kann deine Beobachtung bestätigen, von den mir beobachteten Exemplaren (etwa zwei Dutzend) wiesen die weiblichen Tiere häufiger den zweifarbigen Fleck auf als die Männchen.
                        Vielleicht hat es ja was mit der Größe der Weibchen zu tun;
                        Wenn man davon ausgeht, das der Fleck der Abschreckung von Feinden dient, so erweißt sich ein helles, dunkel umrandetes Scheinauge als einschüchternder als ein eher unauffälliges schwarzes. Andererseits ist ein heller bzw. weisser Punkt auf einer ansonsten grünen Oberfläche viel auffälliger. Da die weiblichen Tiere jedoch viel größer sind als die männlichen, haben sie von Natur aus weniger Feinde und können sich den Luxus eines zweifarbigen Auges leisten (wobei sich hier natürlich die Frage aufdrängt ob die Körpergröße im Falle einer Entdeckung nicht schon abschreckend genug wirken würde). Man müsste auch untersuchen, ob der zweifarbige Fleck sich erst später, ab einer bestimmten Körpergröße bildet.
                        Da sind wieder Halter, Züchter und Beobachter gefragt. Also lasst euch nicht lumpen dazu etwas zu schreiben. Dieser Fleck wurmt mich nunmal ziemlich.

                        Viele Grüße Erik
                        Lieber Erik,
                        da hier sogar so große Spezialisten wie Sören Materna kaum Literaturkenntnisse zu haben scheinen, werde ich versuchen, dir mit einer sehr interessanten Arbeit weiterzuhelfen! Bestell' dir in einer Universitätsbibliothek am besten eine Fotokopie dieser Arbeit, die u. a. genau die Variabilität des mal mehr, mal weniger gekernten Fleckes an der Innenseite der Fangbeinhüften bei Mantis religiosa zum Inhalt hat:
                        BAZYLUK, W. (1960): Die geographische Verbreitung und Variabilität von Mantis religiosa sowie Beschreibungen neuer Unterarten.-Ann. Zoologici, 16 (15): 1-42, 57 Abb., 1 Tab., 2 ktn.; Warschau
                        Viele Grüße von
                        Zwerg Allwissend

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