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  • #16
    Hallo, noch mal zum Problem, ob Reptilien domestiziert sind:
    Hier mal ein paar Infos, die mir dankenswerter Weise von den Biologen der Uni Stuttgart zur Verfügung gestellt wurden:
    "2.1.2.2 Domestikation
    Domestikation wird als allmähliche Umwandlung von Wildtieren zu Haustieren durch den Menschen gesehen (NACHTSHEIM u. STENGEL 1977), was jedoch nicht als Ereignis zu verstehen ist sondern als Vorgang (BENECKE 1994).
    Der Begriff „Haustier“ wird von SAMBRAUS (2001) dem domestizierten Tier gleichgesetzt. Durch einen langen Prozess der Domestizierung werden meist zufällig ausgewählte Individuen von Wildtieren einer Population nach Generationen zu Haustieren. Die Haustierwerdung erfolgt dabei durch selektive Zuchtauswahl über hunderte von Generationen (BEAVER 1994). Die meist wenigen, entnommenen Individuen einer Wildtierpopulation stellen somit den Grundstock zur Bildung von neuen Haustierrassen (BENECKE 1994) dar. Daher sind nicht alle Vertreter einer Art zwangsläufig domestiziert. Infolgedessen, leben heute viele Arten domestiziert als Haustiere in enger Nutzungsbeziehung zu den Menschen, während Populationen der gleichen Ausgangsart noch in freier Wildbahn vorkommen.
    Die Tiere erfahren durch den Einfluss des Menschen Veränderungen, die sich auf den gesamten Organismus beziehen (HERRE u. RÖHRS 1971). Insbesondere Körpergröße, -gestalt und -decke können stark von den Merkmalen der Ursprungsart abweichen. Neben der Entwicklung von leistungsfähigeren Verdauungstrakten und gesteigerter Fruchtbarkeit, nimmt die Gehirngröße von Haustieren tendenziell ab (HERRE u. RÖHRS 1971, 1990; BENECKE 1994). Auch HAFEZ (1969) ist der Meinung, dass die zielgerichtete Zucht durch den Menschen neben den morphologischen und physiologischen Eigenschaften das Verhalten der Tiere ändert. In den meisten Fällen kommt es zu einer Reduktion des Verhaltensrepertoires (HERRE u. RÖHRS 1990). HEMMER (1983) beschreibt in diesem Zusammenhang, dass eine Verarmung der „Merkwelt“ der Tiere mit der Domestikation einhergeht. Diese „Merkwelt“ beinhaltet für ihn die Gesamtheit der Wahrnehmung und der
    Bewertung von Bestandteilen, Eigenschaften und Vorgängen der Umwelt eines Tieres.
    Neben dem Halten traditioneller Haustiere, wie beispielsweise dem Haushund oder dem Hausschwein, gibt es gegenwärtig Domestikationsversuche mit Tierarten, die bisher als noch nicht domestiziert gelten. Diese Erscheinungsform wird in der Literatur als „Neudomestikation“ bezeichnet und stellt eine Art Übergangsform zwischen Wild- und Haustier dar (HERRE u. RÖHRS 1990). Seit einigen Jahren und Tiergenerationen werden beispielsweise Nage- oder Raubtiere für Pelzproduktionen in Farmen gezüchtet oder Strauße als Fleischlieferant gehalten und initiieren somit möglicherweise die Domestikationen neuer Tierarten. "
    Das stammt aus eine in Hannover vorgelegten Diss über Haltungsbedingungen von Zirkustieren, eingereicht an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (2008).

    Ich finde, da stehen einige interessante Punkte drin, die man nicht wirklich auf in Terrarien gehaltene Tiere anwenden kann (Qualzuchten kann man wohl ausnehmen).

    Beste Grüße,
    Kassandros

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    • #17
      Was davon trifft nicht auf Leopardgeckos oder Bartagamen zu?

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      • #18
        1) (da bin ich mir nicht sicher) Ich denke reine Farbmorphen sind noch keine neuen Haustierrassen und mit sicherheit auch keine Unterarten. Oder ist eine Sandfire Bartagame schon eine Unterart der Bartagame? Also ich bin ja kein Biologe, denke aber das ist nicht so.
        2) Abnahme der Gehirngröße? (gibt es da Untersuchungen?)
        3) Reduktion des Verhaltensrepertoirs (das nicht nur durch den eingeschränkten Raum "Terrarium" oder durch durch Qualzuchten initiierte "Macken" verursacht wird) würde ich so auch nicht unterschreiben. Zumindest meine Tiere (P Vitticeps) zeigen weitgehend das selbe Verhalten wie Wildtiere.

        Vor allem den letzten Punkt finde ich wichtig.

        gruß,
        Kassandros

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        • #19
          Zitat von Kassandros Beitrag anzeigen
          1) (da bin ich mir nicht sicher) Ich denke reine Farbmorphen sind noch keine neuen Haustierrassen und mit sicherheit auch keine Unterarten. Oder ist eine Sandfire Bartagame schon eine Unterart der Bartagame? Also ich bin ja kein Biologe, denke aber das ist nicht so.
          Was genau ist dann mit Tauben, Wellensittichen, Farbmäusen, etc etc.

          Zitat von Kassandros Beitrag anzeigen
          2) Abnahme der Gehirngröße? (gibt es da Untersuchungen?)
          Nein, denke ich nicht, aber das ist auch nur ein sehr vages Kriterium.


          Zitat von Kassandros Beitrag anzeigen
          3) Zumindest meine Tiere (P Vitticeps) zeigen weitgehend das selbe Verhalten wie Wildtiere.
          Wieviele Studien hat du denn zum Verhalten wild lebender Bartagamen gelesen und wie intensiv dieses mit deinen Tieren verglichen?

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          • #20
            Ok, nur mal zu weiteren Erklärung. ich bin wirklich kein Biologe, sondern habe nur eine Meinung und ein paar (wie ich finde nicht schlechte Argumente). Zu Dudes fragen:
            1) keine Ahnung
            3) ich war einige Zeit in Australien und in dem Kaff, wo ich gewohnt habe tummelten sich hintern Haus Bartagamen. Da mir relativ langweilig war habe ich mir diese genauer angesehen. Wieviel ich geleseh hab, kann ich so nicht sagen. Zugegebernermaßen hauptsächlich das Zeug, was man so zur Terrarienhaltung findet. Aber da ich mich eigentlich auf die Haltung dieser Tiere versucht habe sehr gut vorzubereiten hat sich da schon eine Kiste voll Büchern und Kopien angesammelt (was mich auch nciht zu einem Experten macht, sondern im Grunde mehr Fragen aufwirft als Antworten).

            Aber mit der ganzen Diskussion wollte ich eigentlich nur darauf hinaus, dass ein effektives Vorgehen gehen diese absurden Gesetzte nicht mit dem Argument, dass Reptilien domestiziert wären, möglich ist, sondern nur, dass sie keine Gefahr darstellen. Oder glaubt wirklich jemand, dass eine Klapperschlange (welche auch immer), auch wenn sie in der xten Generation in menschenobhut nachgezogen wurde, ein domestiziertes Tier ist? Außerdem, und wie ja schon geschrieben wurde, sind auch als eindeutig domestiziert angesehene Tier durchaus gefährlich.
            Gruß,
            Kassandros

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            • #21
              Interessant wirf es wenn wir jetzt noch die Hybridzucht mit ins Boot nehmen, das ist ja im Grunde nichts anderes als die Grundlage der Erschaffung von "Reptilienrassen" nach Menschenwunsch. Desweiteren gibt es bestimmte Zuchtlinien z. B. bei Schlangen die nach strikter Auswahlzucht über mehrere Generationen ihre Nahrungsgewohnheiten geändert haben (was auch Das Zuchtziel war). Oder die diversen Zuchlinien die eine Größenreduktion bei versch. Riesenschlangen zum Ziel haben.
              Zuletzt geändert von Malte H.; 20.01.2014, 11:48.
              www.eurasia-snakes.de

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              • #22
                Zitat von Kassandros Beitrag anzeigen
                Oder glaubt wirklich jemand, dass eine Klapperschlange (welche auch immer), auch wenn sie in der xten Generation in menschenobhut nachgezogen wurde, ein domestiziertes Tier ist?
                Wenn sie in der Zuchtlinie nach dem Geschmack des Menschen verändert wird wäre sie natürlich ein domestiziertes Tier.

                Zitat von Kassandros Beitrag anzeigen
                Außerdem, und wie ja schon geschrieben wurde, sind auch als eindeutig domestiziert angesehene Tier durchaus gefährlich.
                Gruß,
                Kassandros
                Gefährlichkeit ist aber kein Kriterium für Domestizierung.

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                • #23
                  Zitat von The Dude Beitrag anzeigen

                  Gefährlichkeit ist aber kein Kriterium für Domestizierung.
                  Das hab ich auch nicht behauptet.

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                  • #24
                    Was lässt dich dann an deiner eigenen Aussage "Oder glaubt wirklich jemand, dass eine Klapperschlange (welche auch immer), auch wenn sie in der xten Generation in menschenobhut nachgezogen wurde, ein domestiziertes Tier ist?" zweifeln?

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                    • #25
                      das mir bislang nicht bekannt war, dass es bei Reptilien so geziehlt (und erfolgreich) gezüchtet wurde, dass wirklich neue Unterarten hervorgebracht wurden, die auch diese Bezeichnung verdient haben. Aber wie ich gerade gelesen habe ist auch die Bezeichnung "Unterart" nicht klar definiert ist, daher muss ich jetzt eingestehen, dass ich mich zu wenig auskenne um noch weiter sinnvoll diskutieren zu können. Schade Aber ich hab zumindest aus der Diskussion viel gelernt (dafür mal ein "Danke").
                      Dickkopf der ich aber bin, würde ich aber bei Reptilien trotz offenbar vorhandener Zuchterfolge nicht von domestizierten Tieren sprechen.
                      Aber vielleicht sollte jemand man den folgenden Artiken des allseits beliebten Onlinelexikons ergänzen: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_v...ten_Tierformen

                      Beste Grüße,
                      Euer
                      Kassandros

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                      • #26
                        Zitat von Kassandros Beitrag anzeigen
                        geziehlt (und erfolgreich) gezüchtet wurde, dass wirklich neue Unterarten hervorgebracht wurden, die auch diese Bezeichnung verdient haben.
                        Domestizierung hat nichts mit Unterarten zu tun. Man definiert sie so ganz gerne um sie abzugrenzen.


                        Zitat von Kassandros Beitrag anzeigen
                        Dickkopf der ich aber bin, würde ich aber bei Reptilien trotz offenbar vorhandener Zuchterfolge nicht von domestizierten Tieren sprechen.
                        Dann würde ich aber fragen warum? Was ist so schlimm daran sich einzugestehen, dass man domestizierte Reptilien hält?

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                        • #27
                          Zitat von The Dude Beitrag anzeigen

                          Dann würde ich aber fragen warum? Was ist so schlimm daran sich einzugestehen, dass man domestizierte Reptilien hält?
                          Wenn du so fragst: Nichts. Aber ich habe mich zum Beispiel für die Reptilienhaltung entschieden, weil ich (neben diversen anderen Gründen, wie Interesse) ein wenn auch kleines Stück Natur zu hause haben wollte, in dem ein Tier halten wollte, das eben kein "Haustier" sondern ein potentielles "Wildtier" ist, welches ein natürliches Verhalten zeigt (bevor nachfragen kommen: alle meine Tiere stammten aus deutschen NZ und sind keien Wildfänge und "wild" ist für mich nicht gleich "gefährlich"). Aber das hat auch nicht mit domestiziert zu tun. Vielleicht ist es ja auch ein persönliches Problem, dass ich denke, dass domestizierte Tiere herausgezüchtete Eigenschaften haben sollten, die einen irgendwie gearteten sinnvollen Nutzen für Menschen haben sollten, den ich bei den meisten Reptilien (auch wenn ich jetzt erfahre, dass es da anscheinend gezielte Zuchten gibt) nicht sehe. Modischer Schnickschnack wie lustige Farben zähle ich da ebensowenig rein wie Versuche platzsparende Riesenschlangen zu züchten.
                          Aber das ist halt nur (m)eine Meinung.

                          Beste Grüße,
                          Kassandros

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                          • #28
                            Zitat von Kassandros Beitrag anzeigen
                            dass ich denke, dass domestizierte Tiere herausgezüchtete Eigenschaften haben sollten, die einen irgendwie gearteten sinnvollen Nutzen für Menschen haben sollten,
                            Dann wären einige Hunderassen domestiziert, andere nicht.

                            Kommentar


                            • #29
                              Naja, je nachdem ob man davon ausgeht, das z.B. der Chihuahua direkt aus dem Wolf gezüchtet wurde oder aus einer anderen bereits domestizierten Haushunderasse heraus.

                              Gruß,
                              Kassandros

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                              • #30
                                Warum, es ging ja um den "sinnvollen Nutzen" den du angesprochen hattest. Den sehe ich bei vielen Hunden nicht gegeben. Zumindest nicht anders als bei Reptilien.

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