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Demutsgebärde/ Ärmchendrehen durch Hitzeeinwirkung!?

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  • Demutsgebärde/ Ärmchendrehen durch Hitzeeinwirkung!?

    Aus früherer Bartagamenhaltung kenne ich noch das Drehen der Arme bei Bartagamen. Die Zimmermann´sche Literatur erklärte mir damals, es handele sich um eine Demuts- und Beschwichtigungsgebärde, also ein Signal des rangniedrigeren Tieres um eine Konfrontation im Vorwege umgehen zu können.

    Nun stelle ich aber bei den Schlüpflingen fest, daß diese ihr Ärmchen drehen, weil es auf einem Stein zu heiß ist. Das widerspräche doch der Behauptung, daß es sich um eine Demutshaltung handele. Vielmehr scheint es sehr stark physiologisch bedingt, und sich um einen Ausdruck für Unwohlsein zu handeln.
    Könnte ja auch hinkommen, wenn sich ein Tier von einem Artgenossen bedrängt fühlt, daß es dann sein Signal für Unwohlsein in Form des Ärmchendrehens zum Ausdruck bringt. im Endergebnis käme das gleiche für das Tier heraus.

    Wer hat ähnliches beobachtet? Also ein Ärmchendrehen außerhalb innerartlicher Kommunikation.

    Was meint ihr? Irre ich?

    zweckdienliche Grüße
    Zuletzt geändert von Amb; 03.07.2007, 11:37.

  • #2
    Habe ich gerade beobachten können bei der Fütterung meiner Bartagame (er wurde gefüttert und nicht verfüttert! )

    Wenn er sich langsam dem Beutetier (Grille) nähert, bewegt er sich wie ein Roboter (ruckartig) und peitscht mit dem Schwanz. Zudem dreht er abwechselnd die Ärmchen.
    Ich denke das Ärmchendrehen und das Schwanzpeitschen ist ein Zeichen höchster Anspannung, er steht quasi unter Strom.

    Das gleiche habe ich mitbekommen, wenn ich mit der Futterbox an ihm vorbei spaziere und auf dem Balkon gehe um die Tiere einzustäuben.
    Dann seh ich ihn auch vom Balkon aus an der Scheibe sitzend und winkend.

    Würde also sagen, dass das Ärmchendrehen in meiner Situation (Fütterung) bestimmt nichts mit unwohlsein zu tun hat. Eher zum Abbauen der Anspannung???

    Das sind meine Beobachtungen.

    LG Leela

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    • #3
      [QUOTE=Leela;458428]Habe ich gerade beobachten können bei der Fütterung meiner Bartagame (er wurde gefüttert und nicht verfüttert! )

      Wenn er sich langsam dem Beutetier (Grille) nähert, bewegt er sich wie ein Roboter (ruckartig) und peitscht mit dem Schwanz. Zudem dreht er abwechselnd die Ärmchen.
      Ich denke das Ärmchendrehen und das Schwanzpeitschen ist ein Zeichen höchster Anspannung, er steht quasi unter Strom.

      Hallole,

      so ist es bei uns auch wenn er sich dem Insekt nähert.

      Allerdings gibts bei uns noch *das Armwinken* welches sich folgendermasen äussert.
      Sowie sich hier einer etwas aufgebrachter, mit Händen und Füßen versucht, verständlich zu machen, sitzt unser Theo auf seinem Ast und winkt vor sich hin, es ist jedesmal sehr witzig wenn es dann einer entdeckt und wir haben immer viel zu lachen. Es ist einfach zu köstlich wie er dann da sitzt und vor sich hinwinkt, sieht grad aus wie wenn er uns zuwinken *antworten* würde auf unser *Gefuchtel*.

      LG
      Linda

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      • #4
        Ich begreife das Winken als Weg um Stress abzubauen. Und der kann ja vielfältige Ursachen haben.

        Gruß Manu

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        • #5
          Zitat von Amb Beitrag anzeigen
          [...]Nun stelle ich aber bei den Schlüpflingen fest, daß diese ihr Ärmchen drehen, weil es auf einem Stein zu heiß ist.[...]
          Hallo Amb,

          ich halte es für unwahrscheinlich. Meine Jungtiere von P. vitticeps kreisten oftmals spontan ohne irgendwelche Regelmäßigkeit mit den vorderen Extremitäten.
          Eventuell ein Stein mit guter Aussicht?
          Aber vielleicht leiden Deine Jungtiere unter Achselnässe?

          Peter
          Zuletzt geändert von Peter M. Müller; 03.07.2007, 20:34. Grund: ...das Alter...

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          • #6
            Denke eher das es an Anspannung liegt, denn Sipho macht es recht häufig wenn er, mehr oder weniger in einer verkrampften Haltung ist, also längere Zeit in der selben Position ist oder aber auch bei der Futtertierjagd. Meine Hamida hingegen macht es recht selten. Dafür ist sie die Beobachterin schlechthin.

            __________
            LG bärchen

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            • #7
              Hallo,

              das sogenannte "Ärmchendrehen" wird bei Jungtieren viel öfter beobachtet als bei adulten Tieren.

              Auch wird des öfteren bemerkt, wie Peter schon erwähnte, dass die Jungtiere oft ohne direkten Auslöser diese Verhaltensweisen zeigen.

              Ich interpretiere es bei Jungtieren als reines "üben" da Jungtiere kaum unter deutlich mehr Stress im Terrarium leiden als Adulttiere.

              Das "Winken" wird benötigt um auf grossen Entfernungen, ohne eine Konfrontation erzwingen zu müssen, innerartlich zu kommunizieren.

              Dieses Verhalten definitiv mit Stress oder "Demut" in Verbindung zu bringen halte ich für gewagt.

              Evtl. ist es Aufregung, evtl. ist es Beschwichtigung, evtl. ist es auch beides oder keines von beidem.

              Es ist aber denke ich sicher, dass es der innerartlichen Kommunikation und Deeskalation dienlich ist.


              Gruß

              Henning Schwier
              Zuletzt geändert von H.S.; 04.07.2007, 01:44.
              AG Skinke!

              www.apopo.org - Räumkommando Riesenratte
              "We train rats to save lives" "Adopt a rat!"

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              • #8
                Hallo Henning,

                ich hab mich wohl falsch ausgedrückt. Stress muss ja nicht immer negativ sein. Wahrscheinlich ist es aber wohl nicht immer Aufregung - in welcher Form auch immer. Das adulte Tiere kaum mehr "winken" ist mir auch aufgefallen.

                Wie verhält es sich mit Jungtiere in Einzelhaltung? Winken die auch so oft?

                Gruß Manu

                Kommentar


                • #9
                  Zitat von Amb Beitrag anzeigen
                  Nun stelle ich aber bei den Schlüpflingen fest, daß diese ihr Ärmchen drehen, weil es auf einem Stein zu heiß ist.
                  Also ich habe noch nie Bartagamen gehalten und kennen daher das genaue Aussehen der 'Geste' nicht, würde aber noch eine andere Theorie in die Waagschale schmeissen.

                  Die Zehen und Füße von Reptilien sind ziemlich gut durchblutet. Wenn der Untergrund auf dem sie ruhen zu heiß ist heben sie die Extremitäten ab um sich nicht zu starkt aufzuheißen. Dieses Verhalten kenne ich zumindest von Lacertiden.

                  Philipp

                  Kommentar


                  • #10
                    Hi Philipp,

                    das sieht anders aus:

                    http://img297.imageshack.us/img297/8139/img2888rz1.jpg
                    http://img253.imageshack.us/img253/7178/img1291pi2.jpg



                    Gruß Manu

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von tarentola Beitrag anzeigen

                      Die Zehen und Füße von Reptilien sind ziemlich gut durchblutet. Wenn der Untergrund auf dem sie ruhen zu heiß ist heben sie die Extremitäten ab um sich nicht zu starkt aufzuheißen. Dieses Verhalten kenne ich zumindest von Lacertiden.

                      Philipp
                      Moin Philipp,

                      das "treteln/trommeln" bei Lacertiden bzw. das Zehen hochziehen und Andre's beschriebene Verhaltensweisen werden bestimmt den selben Grund haben.

                      Nur dass eben die kleinen Bartagamen noch das "Ärmchendrehen" mit dazu genommen haben.

                      Ich dachte eigentlich dieser Fakt sei hinlänglich bekannt?


                      Gruß

                      Henning
                      AG Skinke!

                      www.apopo.org - Räumkommando Riesenratte
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                      • #12
                        Lieber Henning,

                        ich habe, wie gesagt, Bartagamen noch nie gehalten und mich auch nicht wirklich mit ihnen beschäftigt. Ich weiß aber das auch das Treteln von Lacertiden heiss diskutiert wird (Demut vs. Hitzevermeidung).

                        Philipp

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                        • #13
                          Moin, moin!

                          das sogenannte "Ärmchendrehen" ...
                          Das "Winken" wird...
                          Mal so ne dumme Frage am frühen Morgen: Gibt es da nen Unterschied?
                          Oder nur 2 verschiedene Begriffe für ein und die selbe Sache?

                          Mein Tier ist nun 14 Monate und er winkt immer nur, wenn es Futter gibt. Konnte das als Jungtier nicht zusätzlich beobachten und jetzt auch nicht.
                          Er wird aber auch allein gehalten.

                          LG Leela

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                          • #14
                            Zitat von tarentola Beitrag anzeigen
                            Lieber Henning,

                            ich habe, wie gesagt, Bartagamen noch nie gehalten und mich auch nicht wirklich mit ihnen beschäftigt. Ich weiß aber das auch das Treteln von Lacertiden heiss diskutiert wird (Demut vs. Hitzevermeidung).

                            Philipp
                            Moin Philipp,

                            also meine Gallotia galloti eisentrauti treteln auch fröhlich, trotz Einzelhalung und Sichtbarrieren.

                            Dass dieses Verhalten auch zur innerartlichen Kommunikation genutzt werden soll ist mir unbekannt.

                            Gibt's da Literatur drüber?

                            Gruß an die "Lurch"e

                            Henning
                            AG Skinke!

                            www.apopo.org - Räumkommando Riesenratte
                            "We train rats to save lives" "Adopt a rat!"

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                            • #15
                              Treteln ist beides: Demutsgebärde und Hitzevermeidung. Leitet sich wahrscheinlich auch vom gleichen ab: Fluchtverhalten. Einmal ritualisiert (siehst Du, ich habe Respekt vor dir und würde weglaufen, wenn Du einen Kampf willst) und einmal unterschwellig (Zu heiss um zu bleiben, zu schön warm, um wegzulaufen). Wobei die Bewegungen auf dem erwärmten Untergrund sicher auch ganz trivial dadurch induziert werden, dass die Sohle zu heiss wird. Das echte Treteln hat aber immer auch einen gewissen Rhythmus und der ist wohl nicht allein durch die Hitze bedingt.
                              Als ritualisiertes Fluchtverhalten kommt es übrigens auch -bzw vor allem-bei Weibchen im Paarungsvorspiel vor.
                              Gibt einige Literatur dazu. Vielleicht such ich bei Gelegneheit was zusammen. Herr Bischoff kennt aber sicher all die Stellen auswändig.

                              Gruß

                              Ingo

                              Ein bissel was dazu:
                              http://wwwbio.leidenuniv.nl/~zandee/docs/kulzeri.pdf

                              Kitzler, G. (1941) Die Paarungsbiologie einiger Eidechsen. Z.f. Tierpsych. 4: 353-402

                              Kramer, G. (1937) Beobachtungen über Paarungsbiologie und soziales Verhalten von Mauereidechsen. Z. Morph. Ökol. Tiere 32:752-783

                              Verbeek, B. (1972) Ethologische Untersuchungen an einigen europäischen Eidechsen. – Bonn. zool. Beitr., Bonn, 23 (2): 122-151. (45-18)
                              Zuletzt geändert von Ingo; 04.07.2007, 10:06.
                              Kober? Ach der mit den Viechern!




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