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"Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

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  • #16
    Re: Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

    Vinke schrieb:
    Beim Import von G. pardalis fehlt uns dieses Hintergrundwissen und da muss - egal von wem, ob nun von Andrea oder uns - eben erst recherchiert werden, ob es genügend Fakten gibt, die eine Aufnahme auf den "Tierschutzabsatz" 4.6c der EinFAusVo rechtfertigen.
    ...und das denkt sich die DGHT wohl auch..da überlassen wir das alles mal jemandem der von dieser Materie (Einfuhrbestimmungen und Co) Null Ahnung hat, dann kann schon nichts passieren.

    Enttäuschten Gruß
    Andrea
    ..es geht ja mal wieder NUR um Tiere..

    Kommentar


    • #17
      Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

      Hallo Andrea,

      da verstehst du uns falsch. Wir wollen dich nicht alleine lassen! Nur 12.000 km von der Szene entfernt, ist es auch nicht einfach, so etwas aus dem Ärmel zu schütteln. Offensichtlich beobachtest du die Verkäufe schon eine Weile und so wäre es eben eine Möglichkeit, Fakten über Überlebensraten zu sammeln. Wer das letztendlich macht, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wenn diese Fakten gesammelt sind, können wir dir natürlich gerne auch mit Ansprechpartnern bzw. "Vorstellungen" derselben unter die Arme greifen oder auch einen Teil der Arbeit selbst übernehmen.

      Völlig unabhängig davon ist unsere private und persönliche Meinung, dass kommerzielle Wildfänge überflüssig sind wie ein Kropf. Nur, mit dieser Einstellung stehen wir zwar nicht alleine, aber es wird uns nicht gelingen, irgend etwas an der Gesetzgebung zu ändern, das geht eben nur mit konkreten Einzelproblemen. Dennoch sind wir froh, dass dieses Thema überhaupt diskutiert wird, weil viel effektiver als "Einzelbegrenzungen" ist Überzeugungsarbeit. Und wenn nach dem Lesen dieser Diskussion wieder nur einer mehr der Überzeugnung ist, keine Wildfänge zu kaufen, hat sich das schon gelohnt!

      Es geht hier nicht allein nur um die G. pardalis, so bedauernswert diese alten erwachsenen Tiere auch sind, es geht hier insgesamt um die Definition der Terraristik, wie wir uns selbst definieren wollen! Ist uns die "ungehinderete" Ausführung eines Hobbys wirklich wert, den Druck auf wild lebende Populationen weiter zu erhöhen? Das gilt um so mehr, als der Druck schon durch von uns bestenfalls sekundär beeinflussbare Fakoren (wie bspw. Umweltzerstörung) viel zu hoch ist! Wollen wir da kumulativ wirklich noch mit Importen dazu kommen?

      Dies gilt umso mehr, als die meisten importierten Arten auch in ausreichenden Mengen hier in Europa nachgezüchtet werden.

      Liebe Grüße
      Thomas & Sabine



      [[ggg]Editiert von Vinke am 10-01-2005 um 00:48 GMT[/ggg]]

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      • #18
        Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

        Ich möchte die Dinge gerne mal aus meiner Sicht schildern:

        Seit September werden diese Pardalis angeboten, die ersten waren ein Händler aus Spanien und zwei aus Österreich. Sie dachten wohl, sie könnten das Geschäft ihres Lebens mit den Tieren machen. Dem war aber dann nicht so, die Preise für ein Paar 6000€ und die Größe der Tiere hat wohl viele abgeschreckt. Dann wurden die Tiere wie „Sauerbier“ angeboten und die Preise fielen. Dann wurden sie an viele Händler in Europa verteilt. Zuletzt auf allen Börsen, sogar in Köln saß ein Pärchen und nun werden sie anscheinend im Internet versteigert.
        Meine Nachforschungen decken sich mit den Angaben von T&S, die Tiere sind legal, sie sind legal importiert worden und keine Behörde wird da irgendwas gegen tun. Einige der Tiere sind inzwischen verkauft, aber trotz meiner intensiven Bemühungen ist es mir nicht gelungen, auch nur einen der Käufer auszumachen.
        Ich halte diese Tiere bei dem, was sie an Platz und technischem Aufwand brauchen, bei normalen Leute für unhaltbar und denke nur mit Schrecken daran, wie sie jetzt im Winter gehalten werden.

        Aber was solls? Es kommt nichts, außer mal der Aufschrei von ein, zwei Tierfreunden. Auch die Leitung der DGHT oder AG-Schildkröten kann man in diesem Sinne nicht anprangern. Wir, die Mitglieder der DGHT hatten und haben es in der Hand, aber es ist uns augenscheinlich egal. Unsere Leitung hat vor einiger Zeit das Projekt „DGHT 2010“ ins Leben gerufen und wollte Zukunftsperspektiven von engagierten Mitgliedern (ca. 100) ausarbeiten lassen. Wir wurden eingeladen, wir wurden verpflegt und durften unsere Ideen und „Illusionen“ vorstellen und sollten sie dann in Teams ausarbeiten. Mein Team hatte gute Ideen u.a. zum Tier- und Artenschutz um nur drei zu nennen: durch ein zentrales Nachzuchtmanagement Einfuhrstop oder -beschränkungen von WF- oder ZF-Tieren zu erreichen, Aufklärungsarbeit von Stadtgruppen über die Vorteile von deutschen Nachzuchten, der Sachkundenachweis sollte gesetzlich verankert werden, um die Tiere vor Spontankäufen zu schützen. Leider ist es bei den Illusionen geblieben. Alle Bemühungen, die Teilnehmer der jeweiligen Arbeitskreise zur Ausarbeitung dieser Ansatzpunkte zu bewegen, endeten, soweit mir bekannt ist, im Nichts.

        Was also soll unsere DGHT-Leitung davon halten? Wenn die Mitglieder schon so desinteressiert sind? Ich glaube zwischenzeitlich eher, dass sie die meisten Mitglieder der DGHT vertritt, wenn sie sich für Importe einsetzt.
        Wie viele Züchter bleiben auf ihren Nachzuchten sitzen! Ob G.spengleri, Kinixys, Geochelone oder Testudo, es gibt genügend Nachzuchten, aber die Leute kaufen lieber adulte Wildfänge. Selbst bei G. spengleri, wo doch nun allgemein bekannt ist, dass die Wildfänge wie Fliegen wegsterben, hat man keine Lust auf Nachzuchten zu warten, weil die ja gerade im Winterschlaf sind, sondern kauft sich lieber sofort verfügbare Frischimporte. Von 10 Leuten, die NZ bei mir vorbestellt hatten, sind 5 aus diesem Grund abgesprungen, eine, weil sie adulte WF-Tiere aus schlechter Haltung retten wollte.
        Ich finde das spricht für sich!

        Und ganz ehrlich, wenn ich jetzt erst anfangen würde und hätte die Wahl zwischen teuren Nachzuchten und „billigen“ adulten Wildfängen, wie würde ich mich entscheiden? Nur mit dem Wissen, dass ich moralischer handeln würde, wenn ich Nachzuchten kaufe (falls ich mir hierüber überhaupt Gedanken machen würde. Ohne die Erfahrung, dass Nachzuchten weitaus unproblematischer und letztlich die „billigere“ Alternative sind? Ohne die Erfahrung, dass Wildfänge weitaus anfälliger für Krankheiten, Parasiten und oftmals Todeskandidaten sind?
        Aufklärungsarbeit ist gefragt!

        Und insofern stimme ich mit Hannes überein. Wenn wir die Energien, die wir verwenden um uns über Haltungsdogmen zu streiten, gemeinsam für Tier- und Artenschutz einsetzen würden, könnten wir mit Sicherheit viel Sinnvolleres erreichen.

        Gruß Irmi

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        • #19
          Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

          Hallo Irmi,

          mit Interesse haben wir deine Ausführungen gelesen. Was wir aber vermissen, ist ein konkreter Vorschlag, wie die Aufklärung denn funktionieren soll. Wie wir die Anfänger erreichen können, die die Wildfänge - wie du es beschreibst aus Unwissenheit - kaufen. Die informierten Anderen braucht man ja nicht zu erreichen, die haben sich ihr eigenes Bild gemacht und sich längst für oder wider Wildfänge entschieden.

          Und da hinkt übrigens auch der Vergleich mit dem von uns ins Leben gerufenem Appell gegen Einzelhaltung von Landschildkröten. Der richtet sich explizit an "Züchter und Zoofachhändler", nämlich die, die den Verkauf in der Hand haben. Und jene kann man über Fachzeitschriften und Internet sehr wohl erreichen, nicht jedoch die potenziellen Käufer.

          Wir glauben, dass man als engagierter Terrarianer nur zwei Dinge gegen kommerziellen Wildtierhandel machen kann: erstens: selbst auf Wildfänge zu verzichten und zweitens: einen Teil seiner Nachzuchten an den Handel abzugeben. Gerade Letzteres fällt zugegeben oft sehr schwer, ist aber ein effektiver Beitrag zum Artenschutz. Nur wenn der Handel eine Alternative hat, kann er auf den Einkauf von Wildfängen verzichten. Die ersten Geschäfte werben sogar schon damit, dass sie nur Nachzuchten verkaufen. Hier hat man gleich eine doppelte Wirkung. Zum einen natürlich den Verzicht des Händlers auf Wildfänge, zum anderen aber auch das Bewusstmachen des Problems bei der potenziellen Kundschaft. Langfristig kann so etwas den Markt sehr gut beeinflussen, wenn sich nämlich das Qualitätsmerkmal "keine Wildfänge" erst einmal in die Köpfe der "Verbraucher" einprägt.

          Klar muss man dafür einige Bedenken über Bord werfen und natürlich auch auf einen Teil des Umsatzes verzichten, aber das sollte es uns wert sein!

          Übrigens auch aus Tierschutzgründen denken wir, dass es besser ist, einen Teil der Nachzuchten in den Handel abzugeben. Klingt zunächst paradox, ist aber insofern logisch, dass Nachzuchten eine viel bessere Überlebenschance haben und sich an die Gefangenschaft besser gewöhnen als traumatisierte, oftmals geschwächte oder kranke Wildfänge. Viele Händler erlauben und unterstützen sogar die Ausgabe von Pflegeanleitungen als kostenlose Dreingabe beim Kauf der Nachzuchten.

          Sicher hat jeder auch schon mal schlechte Erfahrungen bei Abgabe an den Handel gemacht, aber in den letzten Jahren hat sich da auch sehr viel geändert, sodass wir unsere Nachzuchten in bestimmten Läden mit sehr gutem Gewissen abgegeben haben.

          Beste Grüße
          Thomas & Sabine

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          • #20
            Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

            Hallo Irmi !

            Hier handelt es sich nicht um die Pardalis aus Spanien oder Österreich, es sind Tier die definitiv erst im Dezember 2004 aus Äthopien ins Land gebracht wurden.

            Alles weitere per Mail....

            Andrea

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            • #21
              Re: Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

              Hallo an die Vinkes
              Dieses Argument leuchtet mir nicht auf Anhieb ein:
              "einen Teil seiner Nachzuchten an den Handel abzugeben. "
              "Nur wenn der Handel eine Alternative hat, kann er auf den Einkauf von Wildfängen verzichten."

              Wenn die NZ direkt vom Züchter an den zukünftigen Halter gingen, würde die Nachfrage doch auch gesättigt. Dann läuft der Händler doch auch leer aus, mangels Nachfrage.
              . Ergo lohnt es sich nicht mehr, neue "Produkte" nachzukaufen .


              Demnach müßte die Möglichkeit , Tiere beim Züchter direkt zu erhalten doch nur verbessert werden bzw publik gemacht werden, oder ?
              Gruß Rolf


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              • #22
                Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

                Hi Sabine und Thomas !

                Nee, da habt ihr meinen Beitrag nun falsch verstanden..ich meinte nicht euch mit dem Vorwurf, das man im Regen stehen gelassen wird, sondern die Leutz hier Vorort, die Erfahrung mit solchen Dingen haben und in der Dght "sitzen".
                Euren Vorschlag Nachzuchten an den Handel abzugeben, finde ich absolut falsch..eher sollte man sich bemühen den Schildkröteninteressenten Alternativen zum Kauf anzeigen..Züchter !
                Was bringt es, wenn der Zooladen die Nachzuchten wie üblich mit falscher Beratung abgibt? Gut, das würden dann wahrscheinlich wirklich weniger WF importiert, aber allerdings bin ich der Meinung, das es Möglichkeiten gibt diese WF spottbillig zu bekommen, denn nicht ohne Grund verkaufte letztes Jahr ein Pardalis-Züchter zusätzlich auch noch WF oder FZ (weiß man nie genau). Welcher Züchter würde seine eigenen Nachzuchten als Super-Sonderangebot in den Tod schicken?
                Bei allen Beratungen verwende ich grundsätzlich die Worte: KEINE Wildfänge, nicht im Zooladen kaufen !

                Hier eine Alternative:
                Den Zooläden eine Vermittlungsprämie(z.B. 30% des Verkaufspreises) anbieten, wenn sie Kaufinteressenten zu einem schicken ! Somit hat der Zooladen nicht mehr die laufenden Kosten, keinen Verlust durch verstorbene Tiere,...
                ...als Züchter hat man so aber die Kontrolle, in welche Hände die Nachzuchten kommen und kann ausführliche Beratungsgespräche führen.
                Eventuell ist so machbar, das die Importe minimiert werden.

                Schönen Gruß aus dem seit Wochen grauen Alfeld :-(
                Andrea

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                • #23
                  Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

                  Hallo Rolf,

                  im Prinzip wäre das natürlich eine Alternative. Aber realistisch gesehen, wird sich der Handel nicht kampflos geschlagen geben, zumindest nicht solange es keine gesetzlichen Änderungen gibt. Da ein Händler eben handeln (und überleben!) will, wird er immer Wildfänge anbieten, wenn er keine andere Alternative (Nachzuchten) hat und damit auch einen Bedarf wecken. Nicht nur die Nachfrage steuert das Angebot, häufig ist es genau umkehrt - vor allem in unserer Konsumgesellschaft.

                  Wenn aber der Zoofachhändler merkt, dass er seinen Gewinn genauso gut mit Nachzuchten machen kann und dann sogar viel weniger Ärger bzw. Reklamationen hat, ist es auch wirtschaftlich für den Handel eine sinnvolle Alternative, auf Wildfänge zu verzichten, ganz abgesehen davon, dass eben manche Händler auch Nachzuchten bevorzugen, weil sie eben selbst Gewissensbisse beim Wildfanghandel haben.

                  Je mehr Händler aber auf Wildfänge verzichten, umso teuerer und damit uninteressanter werden die Wildfänge, da sich für den Importeur die Verkaufszahlen verringern, viele Kosten aber nicht im gleichen Maße mitsinken. Also muss der Importeur (Großhändler) seinen Umsatz über höhere Einzelpreise machen. Schließlich ist bis auf wenige Ausnahmen, wie die oben angesprochenen G. pardalis, bisher der Gewinn beim Wildtierhandel eher in "Masse statt Klasse" zu sehen (bspw. Kinixys oder früher bei T. horsfieldii).

                  Man darf nicht vergessen, dass es einen regelrechten Schildkrötenboom gibt, nicht nur in Europa, selbst hier in Paraguay! So gefährdet schon der Bedarf aus der Hauptstadt Asuncion die empfindlichen Bestände von Köhlerschildkröten hier! Aber auch hier gibt es übrigens schon Züchter! Ein Lichtblick! Es wird uns bei diesem Boom niemals gelingen, alle potenziellen Käufer zu erreichen, aber wir können es den Händlern leichter machen, auf Wildtiere zu verzichten und damit gleichzeitig die restlichen Wildtiere verteuern. Außerdem kann man die breite Masse am besten über Händler erreichen und je öfter die Menschen auf Händler stoßen, die damit werben, auf Wildfänge zu verzichten, um so schneller wird ein Umdenken auch bei den weniger informierten Leuten stattfinden.

                  Bisher scheuen sich viele Händler, die versuchen, ausschließlich Nachzuchten zu verkaufen, damit Werbung zu machen, da sie befürchten, ihren BEdarf nicht gedeckt zu bekommen und dann eben doch ab und zu auf Wildfänge zurückgreifen müssen. Das ist verständlich, wenn es eben viele Leute gibt, die ihre Tiere nicht an den Handel verkaufen wollen.

                  Liebe Grüße
                  Thomas & Sabine

                  Kommentar


                  • #24
                    Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

                    Hallo Andrea,

                    nun bist du gerade dazwischengekommen, als wir die Antwort an Rolf schrieben. Nun das meiste steht ja in der Antwort an ihn schon drin. Es ist eine Lösung mit Bauchschmerzen, zugegeben, aber wenn wir Züchter ausschließlich als Konkurrenz zum Zoohandel auftreten, hat das u.E. wirklich nur die Konsequenz, dass der Druck auf die Wildpopulationen als Billigalternative steigt.

                    Für die Kommisionslösung, die du vorschlägst, braucht es nun doch sehr viel Vertrauen. Das kann nur mit Leuten klappen, die man sehr gut kennt, bzw, die einen sehr gut kennen. Und bei solchen Beziehungen ist gerade die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass man auch bzgl. der Haltung und Beratung etwas bewegen kann. Unsere Nachzuchten wurden alle mit Pflegeanleitung abgegeben, der Händler überwinterte "übriggebliebene" Tiere usw.

                    Auch hier kann einfach nur langfristig Vertrauen und Hilfestellung und Zusammenarbeit etwas bewirken.

                    Liebe Grüße
                    Thomas & Sabine

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                    • #25
                      Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

                      Hallo Thomas und Sabine,

                      euer Vorschlag klingt logisch. Dennoch sage ich nein!!!
                      Warum: ganz einfach: Zoohändler handeln gewinnorientiert. Selbst Terraristikhändler die sich gut mit Schildkröten auskennen und es wirklich besser wissen, drücken schon mal ein Auge zu, wenn die Haltung der zukünftigen Besitzers nicht mal annähernd optimal ist, und verkaufen Tier und Zubehör. Und bevor jetzt alle über mich herfallen: ich rede jetzt nicht von Eva, sondern einem Händler den ich persönlich kenn. WEnn ich dann noch von meinem TA hör, daß ein grosser bekannter Zoohändler Pantherschildkröten verkauft hat und die Pflegeanleitung lautete: wie Griechische Landschildkröten zu halten...sorry dann vergehts mir Meine Tiere kriegt kein Zoohändler und ich werde auch in Zunkunft die Eier lieber in den Müll werfen, als Babies zum sterben zu züchten.
                      Die Kommisionslösung, wie von Andrea vorgeschlagen, hab ich mir selber auch schon überlegt...aber ich denke, spätestens wenn der 2. Kunde abgewiesen wurde, weil er nicht genügend gute Haltungsbedingungen bieten kann, dann ists vorbei mit der "Freundschaft" und der Zoohändler greift wieder auf andere Bezugsmöglichkeiten zurück.
                      Die einzigste vernünftige Lösung die ich sehe, ist die, daß Halter und Händler von artengeschützten Tieren ohne Sachkundeprüfung oder ähnlichem keine Tiere mehr erwerben und verkaufen dürfen. Eine kleine Hürde würde nicht schaden, um sogenannten Modeerscheinungen ein bisschen entgegenzuwirken. Und ich bin mir sicher: der Bedarf an artengeschützten Tieren würde schlagartig sinken

                      Gruß
                      Sabine

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                      • #26
                        Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

                        Hallo Sabine!

                        Du hast schon Recht mit deinen Zweifeln. Wir hatten auch sowohl Händler als auch Privatleute, denen wir niemals eine Schildkröte verkauft hätten. Leider hilft das aber auch nicht immer. Bei unserem einzigen Mal in Hamm mit Stand haben wir auch eine Käuferin abgelehnt, die sich extra die Mühe machte, an den Stand zurückzukommen, um uns ihre T. marginata für Dauer-Einzelhaltung im Terrarium ohne Freiland zu zeigen. Ein anderer hat ihr eben doch eine verkauft. Andererseits sind wir aber auch oft genug andersherum auf die Nase gefallen, weil die Leute uns genau das erzählt haben, was wir hören wollen, so dass wir dann auch ein gutes Gefühl hatten und deshalb auch einen günstigen Preis gemacht haben. Schließlich wollten sie ja gleich eine ganze Gruppe aufbauen. Und dann haben wir unsere Tiere nur kurz darauf bei denen am Stand in Hamm zum Verhökern wiedergesehen. Dann natürlich für richtig Geld. Sorry, dann lieber ein Händler, der wenigstens Steuern zahlt und gleich sagt, wofür die Tiere bestimmt sind.

                        Letztendlich muss aber eben jeder für sich entscheiden, ob er an Händler verkaufen mag oder nicht. Wir wollen hier nur zum Nachdenken anregen. Eier wegwerfen ist für uns allerdings absolut keine Alternative, denn mit jedem Schlüpfling kann man eben auch Wildfänge retten. Man muss sich überlegen, dass die Wildfänge, die man im Laden sieht, letztendlich auch nur die Spitze des Eisbergs sind. Auch wenn die internationalen Transporte deutlich verbessert und überwacht werden, in den Ursprungsländern hat sich mit dem Umgang (Transport, Zwischenhälterung) noch nicht viel getan.

                        Dein Vorschlag mit der Sachkundeprüfung gefällt uns sehr, allerdings sollte man das nicht nur für artgeschützte Tiere einführen, auch für nicht-geschützte Reptilien.

                        Liebe Grüße
                        Thomas & Sabine

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                        • #27
                          Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

                          Hallo Thomas und Sabine,

                          ich akzeptiere Eure Meinung zur Abgabe an Zoohändler, weil sie einfach logisch ist Ich mach das nicht und ich hoffe Ihr könnt das auch verstehen.
                          Ihr habt auch recht: man wird auch von Privatkäufern angeschwindelt.. Sicher ist man leider nie
                          Aber um nochmal auf die Pflicht-Prüfung zurückzukommen: Ihr kennt Euch besser mit den Möglichkeiten der DGHT aus. Könnte die DGHT oder deren Mitglieder die Einführung einer Prüfung bewirken?

                          Gruß Sabine

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                          • #28
                            Re: Re:

                            sabines schrieb:
                            Könnte die DGHT oder deren Mitglieder die Einführung einer Prüfung bewirken?
                            Hallo, sollte die DGHT dann nicht lieber
                            erstmal den "eigenen" Dreck vor der
                            Haustüre wegfegen, bevor man sich um
                            andere Haustüren kümmert ???

                            Anders formuliert...
                            Wie oft kann man in diversen Foren lesen
                            das Personen eine Schildkröte bei einem
                            Züchter gekauft haben, der Mitglied in
                            der DGHT ist, und Haltungsbedigungen hat
                            und Haltungstips gibt wie vor 40 Jahren.

                            Wenn jemand so eine Prüfung einführen
                            sollte, das ist das die Aufgabe der
                            offiziellen Behörden.
                            Und nicht von einem Verein....

                            MfG Ralf

                            Kommentar


                            • #29
                              Re: "Geochelone Pardalis Gigant aus Ethopian 1Paar"

                              Hallo Ralf,

                              es gibt immer schwarze Schafe
                              Aber was wäre dann die zuständige Behörde? Das BfN?

                              Gruß
                              Sabine

                              Kommentar


                              • #30
                                Re:

                                Hallo Sabine,

                                wie schon geschrieben, jeder muss das für sich selbst entscheiden. Also respektieren wir deine Meinung selbstverständlich

                                Nun der aktuelle Stand "Sachkunde" für den privaten Tierhalter ist, dass laut Tierschutzgesetz jeder, der Tiere hält, über Kenntnis verfügen muss
                                § 2 Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
                                .... Absatz 3
                                3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
                                Zur Kontrolle derselben können auch besondere Vorschriften erlassen werden:

                                § 2a (1) Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Bundesministerium) wird ermächtigt ... insbesondere Vorschriften zu erlassen über Anforderungen ...
                                ... Absatz 5
                                5. an Kenntnisse und Fähigkeiten von Personen, die Tiere halten, betreuen oder zu betreuen haben und an den Nachweis dieser Kenntnisse und Fähigkeiten bei Personen, die gewerbsmäßig Tiere halten, betreuen oder zu betreuen haben.
                                Diese Vorschriften sind aber sehr dünn. Siehe Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes
                                Vom 9. Februar 2000 (BAnz. Nr. 36a vom 22. Februar 2000).

                                1.2 Die zuständige Behörde hat sich im Rahmen ihrer Überwachungsmaßnahmen vom Vorliegen der erforderlichen Kenntnisse über die Haltungsansprüche des Tieres im Hinblick auf Ernährung,
                                Pflege und Unterbringung sowie die entsprechenden Fähigkeiten des Tierhalters zu überzeugen, wenn für deren Fehlen konkrete Anhaltspunkte vorliegen. Ein sachgerechter Umgang mit dem
                                Tier muss gewährleistet sein.
                                Also, nur wenn ein konkreter Verdacht besteht, wird die Sachkunde überprüft.

                                Anders ist es bei Zoohändlern oder gewerbsmäßigen Züchtern, da muss man eine Sachkunde nachweisen, oder bei der Behörde im Gespräch belegen. Das ist alles unabhängig von der Tierart.

                                Die Verpflichtung einer verbindlichen Sachkundeprüfung für jeden Halter von Reptilien (oder Tieren) ist wohl politisch nicht durchsetzbar und auch von den meisten Verbänden eher nicht gewollt. Zumindest die DGHT hat sich immer für die freiwillige Sachkundeprüfung ausgesprochen. Freiwillige wie auch verbindliche Sachkundeprüfung haben Vor- und Nachteile. Der Spontankauf eines "anspruchslosen Reptils" wäre damit aber bestimmt vom Tisch und so wäre es ein Gewinn für den Tierschutz und letztendlich dann auch für den Artenschutz.

                                Liebe Grüße
                                Thomas & Sabine

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