Erst einmal möchte ich mich bei Dir ganz herzlich für Deinen Erfahrungsbericht bedanken!
Es sollte viel mehr Betroffene geben, die den Mut haben, über ihre Erfahrungen mit herpesinfizierten Schildkröten zu schreiben! Wenn das Thema immer nur tot geschwiegen wird, wird auch nur wenig darüber bekannt. Das nützt allenfalls den Verkäufern solcher Tiere, aber unseren Schildkrötenbeständen hilft es nicht. Es gibt immerhin so einige Züchter, die das Thema einfach ignorieren oder sich strikt auf veraltete Informationen berufen und fleißig ihre herpesinfizierten Nachzuchten verkaufen.
Aber nun zu Deinen Fragen:
- Kann man Herpesschüben im Frühjahr vorbeugen?
Genauer müsste es heissen: die Krankheit bricht nur bei solchen Tieren aus, deren Immunsystem geschwächt ist. Der Auslöser muß nicht unbedingt eine weitere Infektion sein. Die von Dir erwähnten "8-10 Grad im zu warmen Fruehbeet" reichen dazu schon aus. Es ist ja so, daß das Schildkröten-Immunsystem während der Winterruhe (fast) auf 0 heruntergefahren wird und nach der Winterruhe erst wieder neu aufgebaut werden muss. Ist der Organismus aber schon während der Winterruhe durch die zu hohen Temperaturen mit zu vielen Stoffwechselprodukten belastet, hat er im Frühjahr nicht mehr genügend Kraft dazu, das Immunsystem richtig zu mobilisieren. Dann kommt es zu einem Herpesschub: die Krankheit bricht aus. Das muß nicht immer und zwangsläufig mit allen bekannten Symptomen sein. Auch ein leichter Schnupfen oder leicht gerötete Maulschleimhäute sind schon ein Anzeichen dafür. Leider wird sowas manchmal auch übersehen oder nicht ernst gemommen.
Die Vorbeugeung geht also eigentlich schon vor der Winterruhe los:
- sachgerechte, nicht zu lange dauernde Winterruhe-Vorbereitungszeit,
- ausreichend niedrige Temperaturen während der Winterruhe (nicht höher als 6°C für Europäische Landschildkröten) und
- eine ausreichend warme Haltung nach der Winterruhe. Zu der ausreichend warmen Haltung gehört ganz besonders bei herpesinfizierten Tieren eine Unterbringung im Terrarium (und nicht im Freiland auf kalten Böden). Außerdem müssen sich die Tiere sofort nach der Winterruhe ausreichend lange (min. 7 - 8 Stunden täglich) und ausreichend warm (40°C) unter einem Wärmestrahler aufhalten können, wann immer sie es wollen.
Nur dann, wenn im Organismus gleich wieder alles Organe optimal arbeiten können, wird das Immunsystem wenig strapaziert und wird schnell wieder aufgebaut.
Generell muss besonders bei herpesinfizierten Schildkröten ganz besonders auf artgerechte Haltung geachtet werden.
- Ist es in der Regel der Fall, dass Weibchen steril nach dem Herpesschub werden?
- Kann Herpes mit den folgenden Jahren die Tiere, so zu sagen "unscheinbar" von Innen vernichten? Schaedigt das Virus die inneren Ograne?
Meine Erfahrung: Je größer die Gruppe und je mehr Männchen aufeinander treffen, desto leichter bricht die Krankheit aus und holt zum förmlichen "Rundumschlag" aus. Meist sterben dann aber verstärkt die Weibchen! Auch daran erkennt man sehr gut, wie wichtig eine (zeitweise) Geschlechtertrennung ist.
- Gibt es Daten, wie lang die Tiere mit Herpes ueberleben?
- Muessen unbedingt die NZ's von Herpes-Eltern nach wenigen Jahren untergehen? Sind da herpesschube die Ursache oder die von Herpes verursachten Komplikationen?
Wenn Du oder noch jemand anderer Fragen dazu hat, dann nur zu!
Vielleicht hat auch noch ein anderer Betroffener den Mut, über seine Erfahrungen zu berichten.
Schöne Grüße
Eva

) und einmal die Meinung das dies völliger Quatsch sei.
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