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April-Trockenheit 2007 - Amphibienlarven vertrocknen!

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  • Daniel Hofer
    antwortet
    Ui, da habe ich ja fast in ein Vespen-Nest gestochen. Den lieben Frank möchte ich gerne Fragen was er den glaubt wieviele Leute in ganz Deutschland schon gebüsst worden sind, wegen ilegalem Fang von ein
    paar Kaulquappen oder sogar nur wegen Umsetzen von Kaulquappen
    von einem Teich in eine anderen .... Ich denke man wird Mühe haben,
    auch nur 1 Fall zu finden.

    Gesetze sind sind zwar gut und recht, wo sie aber reine Theorie bleiben
    bringen sie nicht viel - laut Rechtssprechung ist immer auch darüber nachzudenken was ein Gesetz eigentlich will, was es bezweckt. Wenn
    das Einfangen von Amphibien verboten ist, dann will man damit Amphibien
    schützen. Wenn aber Amphibien zu deren Selbstschutz eingefangen und
    umgesetzt werden - wäre die krasse Auslegung des Paragraphen nicht
    mehr dem Sinn des Gesetzes entsprechend.

    Dann gibt es ja auch noch das Kollosionsproblem dass man mit jährlich
    bei den normalen Amphibien-Schutzmassnahmen hat - da werden ja eigentlich hunderttausende von geschützten Amphibien jedes Frühjahr "gefangen" und wieder freigelassen.
    Erfahrungsgemäss wandern dabei auch immer wieder Tiere temporär in Schulhäuser oder gar in Kinderhände - wo sie aber oft beste Dienste im Hinblick auf das künftige Verhalten der Kinder gegenüber der Natur leisten.

    ,,,, und schlussendlich glaube ich, dass auch heute noch schönste Amphibien- und Reptilien Biotope in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zerstört werden, wenn nur ein Investor genügend Geld hat und genügend neue Arbeitsplätze verspricht - dann werden ganze Sümpfe trocken gelegt etc. ...

    Das wichtige wäre immer, die Verhältnismässigkeit zu wahren - aber effektiv ist alles eine Frage des Geldes. Hast Du genügend Geld um ein tolles Projekt umzusetzen - dann wird auch das Vorhandensein einiger geschützter Tiere kein Hinderungsgrund mehr sein ein Bauvorhaben durchzusetzen.

    Also, bitte, was solls, eng denken ist nie gut .....

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  • Stefan
    antwortet
    Hallo Alexander.

    "Ich finde es falsch Naturschutz im direktesten Sinne zu interpretieren und interessierte Leute auszusperren.
    Zumal aus Amphibischer sicht ohne "reset" kein Leben möglich ist."


    Interessierte sollen keineswegs ausgesperrt werden, werden sie auch nicht. Es
    gibt immer geführte Exkursionen zu sehr interessanten Gebieten oder mit einem
    bestimmten Schwerpunkt, die von biologischen Stationen oder der NABU ange-
    goten werden. Falls jemand tatsächlich interessiert ist, so unterstelle ich diesem,
    dass er solche Angobote (wie jüngst in der Elaphe ...) wahrnimmt.

    Hier aber öffentlich Werbung zu machen, treibt Aktivisten ohne jeden Background
    ins Feld und ist dem Naturschutz alles andere als förderlich und stellt alle
    wirklich Interessierten in ein schlechtes Licht.

    Und mal im Ernst; seit wann werden Flächen während der Brutsaison gepflegt?
    Grüße
    Stefan

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  • alexander
    antwortet
    Na ja,
    In Naturschutzgebieten, besonders in Kernzonen hat somit niemand etwas
    verloren... so hart das dem ein oder anderen hier erscheinen mag. Es gibt
    eben mehr als nur Frösche und Molche.

    Wir reden hier aber gerade von Fröschen!

    Und die Naturschutzgebiete können per Definition wenige m2 bis zu mehreren Km2 gross sein, bei 10 m2 wirds schwierig mit dem Nichtbetreten der Kernzone.
    Wie wird denn so eine nicht begangene Kernzone für Ruderaalflächenbewohner erhalten?
    Darum ist es auch sehr sinnvoll ein Mosaik an Habitaten zu bieten und diese wenn nötig auch anthropogen zu erhalten.
    Dies kann durch aus ein nicht betreten Täfelchen sein.
    Doch ist solch ein Habitat nur für die wenigsten Amphibienarten nutzbar, solange nicht in irgendeiner Form der Verwaldung einhaltgeboten wird.
    Ich denke hierbei an Beweidung mit "Ur-Rindern" oder an Bieber.

    Ich finde es falsch Naturschutz im direktesten Sinne zu interpretieren und interessierte Leute auszusperren.
    Zumal aus Amphibischer sicht ohne "reset" kein Leben möglich ist.
    Gruss Alex

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  • Stefan
    antwortet
    Hallo,
    das sollte auf keinen Fall als Aufruf aufgefasst werden, nun Biotope aufzusuchen
    und gezielt Froschlaich bzw. Quappen "umzusiedeln"!

    Zum einen ist die Entnahme verboten und darf nur mit behördlicher
    Genehmigung vorgenommen werden, zum anderen sollte hier in Zusammen-
    arbeit mit entsprechenden biologischen Stationen oder NABU-Einrichtungen
    vorgegangen werden, damit auch entsprechende Gewässer mit dem Laich,
    den Quappen besetzt werden. Was nutzt es, wenn die Quappen in einen
    Tümpel gesetzt werden, der dem nächsten Gewerbegebiet zum Opfer fallen
    wird...

    Ebenfalls sollte hier beachtet werden, dass die Laichgebiete auch Brutplatz
    für den ein oder anderen (auch geschützten...) Vogel darstellen und eine
    Störung des Brutgeschäftes hier keinesfalls gewünscht ist...

    In Naturschutzgebieten, besonders in Kernzonen hat somit niemand etwas
    verloren... so hart das dem ein oder anderen hier erscheinen mag. Es gibt
    eben mehr als nur Frösche und Molche.

    Gruß
    Stefan

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  • Frank Schmeissing
    antwortet
    Hallo Alexander,

    Ich bin grundsätzlich nicht dagegen Tiere abzufangen und weiter zu pflegen bis es die Witterung wieder zuläßt.

    Nur, sollte man beachten das dieses nicht der erste trockene April in den letzten drei Jahrzehnten ist !.......ja, seit den Aufzeichnungen der trockenste das ist korrekt.
    Wie ich bereits gesagt habe sehe ich keinen Handlungsbedarf da die Gewässer zumindest in meiner Gegend trotz vier Wochen ohne Regen nicht stark abgenommen haben, daß heißt alles entwickelt sich fast normal.
    Der Grundwasserspiegel in Deutschland ist weit aus höher als in den 70igern, es gibt immer mehr Naturschutzgebiete, die Bauern lassen vieles brach liegen, welches für die einen mehr und die anderen weniger Lebensräume schafft.

    Die Vergangenheit hat es gezeigt. je mehr der Mensch in die Natur eingreift um so mehr schadet er ihr.

    Die globale Erderwärmung ist nicht Hausgemacht, wir treiben sie nur leider auf vollen Touren voran

    Und letztendlich "verbieten" uns unsere Gesetze Tiere abzufangen

    Ich sehe den Thread von Daniel ein "wenig" kritisch "keinesfalls" im bösen Sinne, nur könnte dieses da es öffentlich ist dazu führen das viele "meinen" jetzt könnten sie.

    Grüße, Frank

    Ps. wenn Du in mein Profil schaust und Dich ein wenig durchklickst wirst Du erkennen das ich zumindest, "wenn auch als Sandkorn" mich versuche für unsere Natur einzusetzen

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  • alexander
    antwortet
    Warum

    Hallo Frank,
    Ich verstehe Deine strikte Haltung nicht.
    Gerade die Grasfroschpopulationen sind auf den Reproduktionserfolg in Themporärgewässer stärker angewiesen als man bisher meinte.
    Die in der Vergangenheit oft angelegten permanent Wasser enthaltenden Ersatzlaichgewässer sind meistenz Laichfallen, da sie eher die Predatoren welche längere aquatiele Entwicklungsphasen durchlaufen müssen fördern.
    Nun wird dem Grasfrosch durch die klimabedinkte Häufung von trockenen Jahren die für die Populationen wichtigste Grundlage entzogen.
    Dies würde ohne anthropogenes gegenlenken unweigerlich zu starken Populationseinbrüchen führen.
    Ob nun ein Umsetzen der Quappen der goldene Standart ist, kann man zurecht bezweifeln, doch ist es der erste Schritt auf dem richtigen Weg.

    Meiner Meinung nach erhalten themporär aufgestaute Feuchtwiesen (März bis Juli) bis zu 8 Vertreter der Froschlurchen. Dies ist auch der Weg den ich in meiner Region vor 4 Jahren eingeschlagen habe, die seit 21 Jahren erfassten Populationsentwicklungen zeigen seit 2 Jahren ein Wachstum von 30-60% je nach Standort und Qualität des Themporärgewässers.
    Zuvor wurde seit Beginn der Aufzeichnung ein permanenter Rückgang verzeichnet, welchem durch das Anlegen von Permanentteichen, auch oder besser gerade deswegen nur ein kurzfristiger Einhalt geboten wurde.

    Lebe Grüsse Alex

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  • Frank Schmeissing
    antwortet
    Hallo Daniel,

    Bei uns ist seit 4 Wochen kein Regentropfen herunter gekommen auch wir haben hier in Nordhessen erhöhte Walbrandgefahr, nur da wo ich immer beim Spazieren gehen inspiziere kann ich nur einen leichten Fall des Wasserspiegels erkennen.

    Deinen Aufruf können und dürfen wir in Deutschland leider nicht folgen, wir werden der Natur ihren freien Lauf lassen müßen........

    Grüße, Frank

    Ps. es hat gerade bei uns angefangen zu Regnen
    Zuletzt geändert von Frank Schmeissing; 23.04.2007, 22:19. Grund: Ps. hinzugefügt

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  • Daniel Hofer
    hat ein Thema erstellt April-Trockenheit 2007 - Amphibienlarven vertrocknen!.

    April-Trockenheit 2007 - Amphibienlarven vertrocknen!

    Da es nun schon 3 Wochen staubtrocken ist, sinken die Pegel der Teiche katastrophal. Ich wollte am Sonntag noch die Molchlarven und Kaulquappen aus 2 kleinerern Tümpeln retten gehen und ind einen tieferen Teich hinüber bringen. Es war schon zu spät! Alles trocken.

    Falls ihr auch noch kleinere Gewässer kennt, wo abgelaicht wurde,
    nicht zu lange warten mit Rettungsaktionen!!
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