Zitat von roro
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Würde ich in diesem Fall das Weibchen einzeln setzen, käme es maximal in ein 300l Becken. So kommt es in ein 4 Quadratmeterbecken, dessen andere drei Bewohner sich nicht die Bohne für dieses Tier interessieren. Die einzige "Beziehung" ist Futterneid und das Waranweibchen geht dort z.B genau aus diesem Grund auch gierig an Zophobas und Rosenkäferlarven, die es sonst, ebenso wie sein Männchen, nur selten anrührt. Aber werfe ich eine Handvoll davon in dieses Becken, kommen die angestammten Bewohner sofort angerannt -und da kann das Waranweibchen offenbar nicht zurückstehen. Vielleicht trägt auch das dazu bei, dass es sich dort bisher immer rasch und gut erholt, denn Rosenkäferlarven sind ein gutes Päppelfutter.
Für richtig schwere Fälle (und Quarantänezwecke) habe ich im Keller noch ein paar größere Faltterrarien. Aber die sind für verletzte oder stark geschwächte Tiere reserviert.
In meinen Augen ist mein Vorgehen für dieses Tier die weitaus bessere Option als das 300 l Becken. Ich sehe beim besten Willen in der Praxis keinen Nachteil dabei. Ich habe daher schon überlegt, das Weibchen im Sommer dauerhaft dort zu lassen. Aber wenn es zu lange Single ist, bedrängt das Männchen das Weibchen beim Zusammensetzen noch mehr.
Da ich wie gesagt mit solchen Fällen bei kompatiblen Arten nur gute Erfahrungen gemacht habe, habe ich absolut kein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht mehrere leere Ausweichbecken von je über 1000 L Inhalt für solche Zwecke vorrätig halte.
Im übrigen, nenn mir mal ein paar Leute, die das mit Becken dieser Größe tun.
Übrigens ein genereller Aspekt bei meinen Vergesellschaftungen: Meine Tokehs können 10 Quadratmeter Terrarienwand zum Klettern nutzen und tun das ausgiebig. Nenn mir einen Halter, der einem Paar Tokehs in Arthaltung so etwas bietet (Freigänger stehen auf einem anderen Blatt).
Bei kleinen Echsen ist das Vorhalten von ausreichend großen Ausweichbecken etwas einfacher. Aber bei den etwas dickeren Brummern nicht wirklich verbreitet.
Und ich sage ja auch gar nicht, dass dieses Vorgehen das einzig wahre ist. Gott bewahre! Wer in leere Ausweichbecken umsetzt, kann das natürlich tun und bei verletzten und stark geschwächten Tieren ist das eh die einzige Option (dann reichen dazu aber auch verhältnismäßig kleine Terrarien). Ich sage nur, dass ich so vorgehe und dass ich damit bisher (nicht gelogen) nur gute Erfahrungen gemacht habe.
Ich setze natürlich auch nicht einen Basilisken zu einer Perleidechse, sondern eben nur kompatible Arten zusammen und nur Individuen, die ich als interspezifisch friedlich kenne.
Da fast alle meine Tiere die Gegenwart artfremder Terrarienbewohner von klein auf gewohnt sind, reagieren sie meist nur sehr subtil auf neue Mitbewohner, die auf den ersten Blick weder nach Bedrohung noch nach Futter aussehen.
Ansonsten muss ich mal sagen, Roro, dass Du eigentlich mit Fleiss genau das tust, was du mir vorwirfst: Du vertrittst mit großem Ego eine harte Linie und lässt nichts anderes daneben gelten. Deine Wortwahl ist durchdacht und Diffamierungen betreibst Du ebenso subtil, wie regelmäßig und bewusst.
Zumindest im Punkt Toleranz unterscheiden wir uns aber deutlich. Ich sehe mir zB mit großem Genuss gelungene, geographisch orientierte eingerichtete Artbecken an und versuche auch keineswegs deren Besitzer dazu zu drängen, dass da doch bitte noch andere Arten rein sollten.
Insofern sehe ich auch nicht, dass ich eine harte Linie vertrete. Ich berichte nur von meinen Erfahrungen und meinen Einstellungen dazu und rege dahzu an, in diesem Zusammenhang den Aspekt Enrichment zu diskutieren.
Hart bin ich nur darin, dass ich mir angesichts langer Erfahrungen und Einsichten nicht einreden lasse, solches Vorgehen wäre immer und ausschließlich zum Schaden der Tiere.
Viele Grüße
Ingo

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/oder wollen sie einfach nicht (da kommt für mich die Frage auf in wie weit man auf seine Pfleglinge und dessen Equipment stolz ist und sich an gesunden Tieren, die dazu noch ihr natürliches Verhalten zeigen... schön, wer's bei sich zuhause sieht, nicht?)
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